Am 26. November 2025 hat das Tiertransport-Schiff „Spiridon II“ rund 3.000 Rinder von Uruguay nach Libyen transportiert. Satellitenbilder zeigen, dass ein Teil der Tiere in Bengasi entladen wurde, wo das Schiff am 24. November den Hafen verließ, um anschließend Kurs auf Alexandria, Ägypten, zu nehmen. Die genauen Umstände der Entladung und der Zustand der Tiere sind unklar, was die internationale Tierschutzgemeinschaft besorgt. Die Animal Welfare Foundation ist vor Ort, um die Situation zu dokumentieren und die Bedingungen der ausgepackten Tiere zu überwachen. Bisher gab es im Libyen aufgrund fehlender Tierwohl- und Transportkontrollen viele Bedenken hinsichtlich der zuständigen Behörden und möglichen Missständen.
Das Frachtschiff „Spiridon II“ war über einen Monat ohne Ortungssignal vor der türkischen Küste festgesessen. Am 21. November 2025 tauchte es nach einer 72-stündigen Funkstille in Libyen auf, wo nun ein Teil der Rinder entladen wurde. Berichte, die während des Festliegens des Schiffs veröffentlicht wurden, zeigen, dass es während dieser Zeit zu dutzenden Todesfällen an Bord kam, während das Schiff auf Futter und Wasser wartete. Am Montagmorgen nach der Entladung verließ die „Spiridon II“ den Hafen, wobei unklar bleibt, ob noch Tiere an Bord sind.
Kritische Stimmen und Forderungen
In den letzten Tagen gab es starke Kritik seitens Tierschützer und Fachleute. Dr. Lynn Simpson deutete darauf hin, dass es möglicherweise kein Futter mehr an Bord gibt und dass Satellitenbilder keine weißen Säcke mehr zeigen, was auf das Versenken von Kadavern hindeutet. Diese besorgniserregenden Informationen haben zu Forderungen nach einer internationalen Untersuchung und einem sofortigen Stopp von Lebendtiertransporten auf See geführt. Tobias Giesinger von The Marker berichtete über Schwierigkeiten bei der Recherche und die mangelnden Informationen von zuständigen Behörden.
Die „Spiridon II“ startete am 20. September 2025 mit 2.901 Rindern aus Uruguay. Nach der Ankunft in Bandırma, Türkei, am 22. Oktober 2025, wurde das Schiff mehrere Wochen lang vor der Küste festgehalten. Während dieser Zeit soll es zu schwerwiegenden Missständen gekommen sein, einschließlich fehlender tierärztlicher Versorgung. Das Schiff war zeitweise ohne Signal, was möglicherweise darauf hindeutet, dass es versuchte, Hafenstaatkontrollen zu umgehen.
Internationale Standards für den Tiertransport
Die internationale Luftfahrtorganisation IATA gibt klare Richtlinien für den Transport lebender Tiere vor, die als weltweiter Standard gelten. Die IATA Live Animals Regulations (LAR) zielen darauf ab, sicheres und humanes Reisen lebender Tiere zu gewährleisten. Die nächste aktualisierte Ausgabe dieser Vorschriften tritt am 1. Januar 2026 in Kraft. Diese Standards stellen sicher, dass Lebendtiertransporte unter Berücksichtigung des Wohlergehens der Tiere durchgeführt werden, und Regierungen sind verantwortlich für die Festlegung und Durchsetzung der Regeln.
Die derzeitige Lage um die „Spiridon II“ zeigt einmal mehr die Herausforderungen und Risiken auf, die mit dem Transport von Lebendtieren über weite Strecken verbunden sind. Für die betroffenen Rinder bleibt die Hoffnung, dass in Libyen bald angemessene Standards für den Tierschutz etabliert werden.
Für weitere Informationen besuchen Sie: Ökonews, Animal Welfare Foundation und IATA.