US-Präsident Donald Trump hat überraschend den Rückzug der Nationalgarde aus mehreren Städten angekündigt. Betroffen sind Chicago, Los Angeles und Portland. Trump behauptet, dass die Präsenz der Nationalgarde in diesen urbanen Zentren zu einem signifikanten Rückgang der Kriminalität geführt habe. Ohne den Einsatz der Nationalgarde befürchtet er jedoch, dass die Kriminalitätsrate wieder ansteigen könnte. Gleichzeitig ist Trump am Obersten US-Gerichtshof gescheitert, der einen Eilantrag abgelehnt hat, mit dem er die Entsendung der Nationalgarde nach Chicago durchsetzen wollte. Die Stadtverwaltung von Chicago hatte gegen die Deployment-Maßnahmen geklagt, was schließlich zu dieser Entscheidung führte.

Die Nationalgarde war seit dem Sommer 2025 in mehreren demokratisch regierten Städten im Einsatz. Dieser Schritt wurde mit angeblich ausufernder Gewalt und Protesten, insbesondere gegen die Razzien der Einwanderungsbehörde ICE, gerechtfertigt. Ein kritischer Punkt war Chicago, wo Proteste stattfanden, die von der Stadtspitze und dem Bundesstaat Illinois angeführt wurden, die sich vehement gegen Trumps Maßnahmen wehrten. Chicago gilt als Symbol des Widerstands gegen seine Politik. Laut tagesschau.de ist auch New Orleans in die Pläne involviert, wo 350 Nationalgardisten zur Unterstützung von Razzien des Heimatschutzministeriums geschickt werden.

Kontext und Kritik

Trump hat bereits zuvor erklärt, dass er plant, die Nationalgarde auch in anderen Städten wie San Francisco und Baltimore einzusetzen. Kritiker werfen ihm vor, dass er mit diesen Maßnahmen politische Motive verfolgt und gezielt demokratisch regierte Städte kontrollieren möchte. Laut Informationen von n-tv.de gibt es eine erhebliche Diskrepanz in den Kriminalitätsraten zwischen verschiedenen Städten. Während St. Louis, Missouri, die höchste Mordrate unter US-Städten mit 25,5 Morden pro 100.000 Einwohner hat, liegt die Mordrate in Chicago vergleichsweise niedrig.

Diese drastischen Maßnahmen in urbanen Zentren stehen im Kontext einer breiten Debatte über Sicherheit und Kriminalität in den USA. Der Einsatz der Nationalgarde wird von vielen als ineffizient angeprangert, während Trump darauf besteht, dass solche Einsätze notwendig sind, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Trotz der Behauptungen über gesunkenen Kriminalitätsniveaus in Städten, die zuvor unter der Präsenz der Nationalgarde litten, bleibt die Befürchtung bestehen, dass eine Rückkehr zu höherer Kriminalität ohne deren Unterstützung letztendlich unvermeidlich sein könnte.