Italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni steht im Mittelpunkt eines Sexismusstreits, nachdem Gewerkschaftschef Maurizio Landini sie als „Kurtisane“ von Donald J. Trump bezeichnete. Meloni, die Vorsitzende der rechten Partei Fratelli d’Italia, konterte öffentlich und wies die abwertende Bezeichnung zurück. Sie postete die Definition des Begriffs auf sozialen Medien und stellte fest, dass Landini von Groll geblendet sei, und die Bedeutung des Begriffs bewusst ignoriere. Ihre Partei verurteilt Landinis Aussage als sexistisch und unterstützt Meloni in ihrer Stellungnahme.
Der Vorfall ereignete sich im Kontext eines internationalen Gipfels in Sharm el-Sheikh, wo Trump Meloni für ihr Aussehen lobte und sie als „schöne junge Frau“ bezeichnete. Meloni musste daraufhin zu Protokoll geben, dass solche Äußerungen oft als politisches Risiko gelten, jedoch Trump nicht von seinem Lob abbrach. Trump betonte zudem, dass Meloni „unglaublich“ sei und in Italien großes Ansehen genieße.
Sexistische Angriffe und politische Agenda
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur ADN Kronos beklagte Meloni nicht nur die sexistischen Angriffe, denen sie ausgesetzt sei, sondern kritisierte auch das Schweigen derjenigen, die über Frauenrechte sprechen. Sie betonte, dass solche Angriffe nicht zur Normalität werden sollten. Meloni berichtete zudem, dass auch ihre Familie in diese Angriffe involviert gewesen sei.
Die Ministerpräsidentin plante, das Programm ihrer Mitte-Rechts-Koalition vollständig umzusetzen und den Wählern die erzielten Ergebnisse vorzustellen. Wichtige Themen des Regierungsprogramms sind die Wirtschaft, Einwanderung, Sicherheit sowie die Förderung von Familien. Dabei betonte sie die positive Entwicklung der Beschäftigung durch die Arbeitsmarktpolitik ihres Kabinetts.
Herausforderungen der Gleichstellung der Geschlechter
Die Diskussion um Geschlechtergleichstellung bleibt in Italien jedoch präsent. Laut dem nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplan ist die Erhöhung der weiblichen Präsenz in Führungspositionen ein zentrales Ziel. Dennoch bleibt die Realität herausfordernd. Rund 30 % der Frauen haben kein eigenes Bankkonto, was die finanzielle Unabhängigkeit erschwert. Unterstützung für berufstätige Mütter sowie Maßnahmen zur Schaffung flexibler Arbeitsbedingungen sind einige der vorgeschlagenen Lösungsansätze.
Bestimmte Stimmen innerhalb der Politik fordern eine stärkere Berücksichtigung von Geschlechterquoten zur Verbesserung der Repräsentation. Während Einige wie Chiara Tenerini von Forza Italia einen kulturellen Wandel bevorzugen, plädieren andere, darunter Simona Malpezzi von der Demokratischen Partei, für gesetzliche Vorgaben, um die Gleichstellung voranzutreiben. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Zugang zu Repräsentationspositionen zu gewährleisten, ohne das Verdienstprinzip zu gefährden.
Der Kampf um Gleichstellung in Italien bleibt also ein facettenreiches Thema, in dem politische Rhetorik und gesellschaftlicher Fortschritt eng miteinander verknüpft sind.