Dr. Zeynep Vetter, eine Psychiaterin aus Vorarlberg, setzt sich intensiv mit dem wachsenden Megatrend „Longevity“ auseinander. Ihr Ziel ist es, nicht nur länger zu leben, sondern dies auch gesund und glücklich zu tun. Seit zwei Jahren bildet sie sich zur „Longevity Physician“ aus, wobei ihr Fokus auf der präventiven Medizin liegt. Hierbei geht es darum, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und umfassend entgegenzuwirken. Dies beinhaltet die wichtige Unterscheidung zwischen Lebensspanne (Lifespan) und gesunder Lebensspanne (Healthspan), die derzeit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Um ein ganzheitliches Leben zu fördern, hat Vetter den Begriff „Joyspan“ eingeführt, der betont, dass Glück und Zufriedenheit ebenso wichtig sind wie körperliche Gesundheit.
Die Bedeutung der mentalen Gesundheit spielt in Vetters Konzept eine zentrale Rolle. Sie bezeichnet diesen Ansatz als „Neuro-Longevity“. Neben einer gesunden Lebensweise, die Faktoren wie Ernährung, Schlafmanagement, Bewegung, Stressbewältigung und die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln umfasst, wird auch eine fortschrittliche Diagnostik eingesetzt. Diese orientiert sich an den „12 Hallmarks of Aging“ und nutzt DNA- und epigenetische Tests zur Analyse von Alterungsmechanismen. Zudem ist die Analyse des Mikrobioms und die biologische Altersbestimmung Teil des diagnostischen Prozesses.
Präventive Maßnahmen und deren Auswirkungen
Dr. Vetter erörtert die Bedeutung von Lebensstiländerungen über hochmoderne Therapien hinaus. Sie hebt hervor, dass präventive Maßnahmen bereits kurzfristige Ergebnisse zeigen können, wie beispielsweise durch histaminarme Ernährung. Ab einem Alter von 30 Jahren empfiehlt sie gezielte präventive Schritte zur Verbesserung der Gesundheit. Eine Alltags-Checkliste für mehr „Health- und Joyspan“ umfasst:
- Tägliche Bewegung (z.B. Spaziergänge)
- Überwiegend pflanzenbasierte Ernährung
- Intervallfasten zur Zellregeneration
- Ausreichender und qualitativ hochwertiger Schlaf
- Mikrobiompflege für das Wohlbefinden
- Stressmanagement durch psychotherapeutische Interventionen
- Geistige Aktivität zur Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit
Diese Aspekte stehen im Einklang mit den Erkenntnissen, die bei einem jüngst stattgefundenen Kongress zum Thema Prävention und Langlebigkeit in Berlin vorgestellt wurden. Experten, darunter Professor Sylvia Schneider und Professor Peter Falkai vom DZPG (Deutsches Zentrum für psychische Gesundheit), betonten die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes zur Prävention, der insbesondere auch die mentale Gesundheit einbezieht. Der Kongress mit dem Motto „Glory in Prevention“ versammelte Fachleute aus Wissenschaft, Politik und klinischer Praxis und hob hervor, dass ein integrativer Ansatz zur Verbesserung der gesunden Lebenserwartung erforderlich ist.
Ernährung und Langlebigkeit
Ein zentraler Aspekt der Longevity-Forschung ist die Ernährung. Bestimmte Ernährungsweisen sind mit einer erhöhten Lebensspanne verbunden. Die Mittelmeerdiät, reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Nüssen und gesunden Fetten, sowie die traditionelle japanische Ernährung, haben sich als förderlich für die Verlangsamung des Alterungsprozesses und die Minimierung des Risikos für altersbedingte Erkrankungen erwiesen. Interessanterweise wirken gesunde Darmbakterien positiv auf die geistige Gesundheit und Stimmung.
Regelmäßige Pausen in der Nahrungsaufnahme, wie beim Intervallfasten, helfen zudem, biologische Prozesse wie Autophagie zu aktivieren und können die Insulinaktivität verbessern. Veganismus und die Reduktion von Zucker, stark verarbeiteten Lebensmitteln und rotem Fleisch sind weitere Faktoren, die in diesen gesunden Ernährungsformen selten vorkommen.
Insgesamt sieht Dr. Vetter die Notwendigkeit, präventive Strategien und einen gesunden Lebensstil in den Mittelpunkt der Gesundheitsversorgungsstruktur zu rücken. Besonders die Fokuslegung auf mentale Gesundheit, Ernährung und Bewegung könnte dazu beitragen, die Herausforderungen des demografischen Wandels erfolgreich zu meistern und die Lebensqualität vieler Menschen zu verbessern.
Zusätzliche Zukunftsprojekte von Dr. Vetter umfassen die „Longevity Masterclasses“, die im November starten werden, sowie ein internationales Retreat mit dem Titel „Elysian Mind“, das im Juni 2026 geplant ist. Diese Initiativen sind Teil ihres Engagements, die Prinzipien der Langlebigkeit und präventiven Medizin weiter zu verbreiten und in der Gesellschaft zu verankern.
Für mehr Informationen zu den Themen Prävention und Langlebigkeit lesen Sie bitte auf vol.at, dzpg.org und deutsche-longevity-gesellschaft.de.