Die Trump-Regierung hat heute eine deutliche Verschärfung der Überprüfung von Bewerbern für das H-1B-Visum angekündigt. Ziel dieser Maßnahme ist es, hochqualifizierte Arbeitskräfte, insbesondere aus den Technologien, einer genaueren Prüfung zu unterziehen. US-Konsularbeamte sollen nun Lebensläufe und LinkedIn-Profile der Bewerber gründlicher überprüfen, insbesondere wenn diese in Bereichen wie Fehlinformation, Desinformation oder Inhaltsmoderation tätig waren. Diese Maßnahmen basieren auf Informationen, die aus einem Schreiben des US-Außenministeriums stammen, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Laut vienna.at soll auch die Meinungsfreiheit als zentraler Punkt in der Außenpolitik der Trump-Regierung fungieren.

President Trump hat im September eine Proklamation unterzeichnet, die den Eintritt bestimmter H-1B-Ausländer als Nichtimmigrantenarbeiter in den USA einschränkt. Demnach müssen neue Anträge für H-1B-Visa mit einer Gebühr von 100.000 USD verbunden werden. Diese Maßnahme soll verhindern, dass der Missbrauch des Programms US-Arbeiter verdrängt und die nationale Sicherheit gefährdet. Ein Mangel an Zahlung führt zu einer einzigen Genehmigung für Ausländer, die nicht in den USA sind. Einzelfallausnahmen sind jedoch möglich, je nach nationalem Interesse, wie in der Mitteilung whitehouse.gov erklärt wird.

Änderungen im H-1B-Visumssystem

Mit der Einführung eines gehaltsbasierten Auswahlverfahrens ersetzt die Trump-Regierung die bisherige Lotterie zur Vergabe von H-1B-Visa. Darüber hinaus müssen Arbeitgeber die berufliche Einstufung und Lohnstufe der Bewerber vor der Registrierung bestimmen. Im Jahr 2025 haben sich bereits 343.981 Kandidaten für das H-1B-Visum beworben. Von den jährlich 85.000 neuen Visa sind 20.000 für Kandidaten mit einem Master-Abschluss reserviert. Die neue Regelung wird voraussichtlich nach einer öffentlichen Stellungnahme am 24. November 2025 in Kraft treten, wie kpmg-law.de berichtet.

Diese Reform bemängelt insbesondere, dass Bewerber mit höheren Gehältern Vorrang erhalten. So nehmen Bewerber der Lohnstufe 4 viermal an der neuen Lotterie teil, während Bewerber der Lohnstufe 3 dreimal teilnehmen. Eine zusätzliche Gebühr wird für Anträge erhoben, die nach dem 21. September 2025 gestellt werden. Allerdings entfällt diese für Bewerbungen zur Statusänderung oder -verlängerung innerhalb der USA.

Die Auswirkungen dieser Änderungen sind noch ungewiss, könnten aber erhebliche Folgen für die Einstellungspolitik amerikanischer Unternehmen haben, insbesondere in der Technologiebranche, die traditionell auf Fachkräfte aus Indien und China angewiesen ist. In einer Zeit, in der Unternehmen händeringend nach qualifizierten Fachkräften suchen, könnte diese Politik sowohl die Rekrutierung als auch die Beschäftigungsstrategien der Firmen erheblich beeinflussen.