Am 28. Dezember 2025 wird im Kosovo die zweite Parlamentswahl in diesem Jahr abgehalten. Premier Albin Kurti und seine Partei Vetevendosja (Selbstbestimmung) stehen vor der Hürde, erneut an der Macht zu bleiben, nachdem sie in den letzten Monaten mit erheblicher politischer Instabilität und einem Stillstand zu kämpfen hatten. Kurti, der seit 2021 mit absoluter Mehrheit regiert, konnte trotz eines Wahlsiegs von über 42 Prozent bei den Wahlen im Februar 2025 keine stabile Regierung bilden. Er fand keinen Koalitionspartner und war somit nicht in der Lage, eine Regierungsmehrheit zu formieren, was zur Intervention des Verfassungsgerichts führte.

Die Situation verschärfte sich, als die Zustimmung des Parlaments sowohl für Kurti als auch für eine Parteikollegin zur Regierungsbildung ausblieb. Hinzu kommt, dass die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Aufhebung von EU-Sanktionen gegen den Kosovo angekündigt hat, was auf eine hoffnungsvolle Wende in der Außenpolitik Kurti hindeutet. Diese Entwicklung könnte auch die zurückgehaltene Wirtschaftshilfe wieder fließen lassen, da albanische Migranten aus Drittstaaten aufgenommen wurden. McKenzie hat die Waiting Oligarchs und Verhandlungen zwischen Kosovo und Serbien betont, die weiterhin an die Normalisierung der bilateralen Beziehungen gebunden sind.

Wahlen und politischen Landschaft

Die bevorstehenden Wahlen haben eine große Bedeutung für die politische Zukunft des Kosovo. In der letzten Wahlperiode hat die EZB Kostennoten und Mitteilungen zur serbischen Gemeinde gesendet, die darauf hinweisen, dass der Kosovo nach wie vor illegale Parallelstrukturen hat, insbesondere in den Gebieten mit serbischer Mehrheit. Während die Vetevendosja sich als reformfreundlich und sozial gerechtigkeitsorientiert präsentiert, ist die Lidhja Demokratike e Kosovës (LDK) eine pro-europäische Kraft, die jedoch unter einer Identitätskrise leidet.

Die Demokratische Partei Kosovos (PDK) hingegen hat in den letzten Wahlen stark abgeschnitten und nur noch fünf Gemeinden gewonnen, was 13,8 Prozent der Bevölkerung repräsentiert. Die Wahlbeteiligung wird voraussichtlich unter 40 Prozent liegen, was einen besorgniserregenden Trend darstellt. Prognosen deuten darauf hin, dass die Vetevendosja wiederum eine Mehrheitsposition gewinnen könnte, jedoch ohne größere Koalitionspartner einbeziehen zu müssen. Das Parlament des Kosovo hat 120 Sitze, wobei 20 für Vertreter von Minderheitenparteien reserviert sind.

Politische Herausforderungen und Chancen

Kurti sieht sich nicht nur Herausforderungen innerhalb seiner eigenen Partei gegenüber, sondern muss auch die Einheit innerhalb der albanischen politischen Gemeinschaft bewahren und die Rechte der Minderheiten respektieren. Artan Muhaxhiri, Politikanalyst, bezeichnete die bevorstehenden Wahlen als die wichtigsten seit der Unabhängigkeit des Kosovo im Jahr 2008. Die politische Ideologie der Vetevendosja konzentriert sich stark auf soziale Gerechtigkeit und Reformen, was den Wählern weiterhin ansprechend scheint.

Die politischen Dynamiken des Kosovo sind komplex, da die Serbische Liste als dominierende Kraft innerhalb der serbischen Gemeinschaft agiert und versucht, alle 10 reservierten Sitze zu gewinnen. Die LDK konnte bisher ihre Mehrheit in den Gemeinden halten, während die Allianz für die Zukunft Kosovos (AAK) unter Ramush Haradinaj sieben Gemeinden gewinnen konnte, was einen Anstieg für sie darstellt. Die Wahlen sind entscheidend für die politische Stabilität und Zukunft des Landes, insbesondere in Bezug auf die Bildung einer funktionsfähigen Regierung und die Umsetzung notwendiger Reformen.

Insgesamt stehen die bevorstehenden Wahlen im Kosovo am 28. Dezember 2025 symbolisch für die Suche nach einer stabilen Regierungsführung in einem politisch komplexen Umfeld. Die Bürger scheinen auf eine gefestigte Truppe zu hoffen, die sowohl wirtschaftliche als auch soziale Verbesserungen vorantreiben kann. Das Kosovo könnte vor einer entscheidenden Wende stehen, die die Richtung des Landes für die kommenden Jahre bestimmen wird.