Am Wochenende fand in Brüssel der Jahreskongress der „Association of European Journalists“ (AEJ) statt, der sich mit den zunehmend bedrohlichen Umständen für die Medienfreiheit auseinandersetzte. Der Kongress thematisierte auch die Suche nach neuen Modellen für Qualitätsjournalismus. Unter den Referenten war die EU-Bürgerbeauftragte Teresa Anjinho sowie Birte Schohaus, Vize-Chefredakteurin von „Follow the Money“. Schohaus wurde für ihren herausragenden Beitrag über Putins „Schattentankerflotte“ mit dem renommierten Daphne Caruana Galizia Preis ausgezeichnet, welcher jährlich vom Europaparlament verliehen wird.
Der Daphne Caruana Galizia Preis, benannt nach der 2017 ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia, wird an Journalisten vergeben, die die Grundwerte der Europäischen Union fördern oder verteidigen. Diese Werte umfassen Menschenwürde, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Der Preis steht professionellen Journalisten sowie Teams offen, die tiefgehende journalistische Beiträge einreichen, die in einem der 27 EU-Länder veröffentlicht wurden. Die jährliche Preisverleihung findet um den 16. Oktober statt, ein symbolisches Datum in Erinnerung an Caruana Galizia.
AEJ-Wahlen und neue Führung
Im Rahmen des Kongresses wurden auch Wahlen zur Leitung der AEJ International durchgeführt. Arber Hitaj, ein albanischer TV-Journalist, wurde als Präsident bestätigt, während Catalin Dogaru aus Rumänien das Amt des Generalsekretärs übernimmt. Die neuen Vizepräsidenten sind Irina Nedeva aus Bulgarien, die als Sonderbeauftragte für Medienfreiheit tätig sein wird, sowie Javier Dominguez aus Spanien und Otmar Lahodynsky aus Österreich, bekannt für seine Berichterstattung in EU- und Außenpolitik.
Die AEJ ist eine seit 1962 bestehende Organisation, die rund 700 Journalisten aus 15 Ländersektionen versammelt. Ihr Hauptanliegen ist der Einsatz für die Medienfreiheit in Europa. Im aktuellen Kontext der weltweiten Herausforderungen für Journalisten ist es wichtiger denn je, solche Plattformen zu unterstützen und zu stärken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Jahreskongress der AEJ nicht nur die Bedrohungen der Medienfreiheit thematisierte, sondern auch einen wichtigen Raum für die Auszeichnung herausragender journalistischer Leistungen wie die von Birte Schohaus bot. Der fortwährende Einsatz für die Werte der Europäischen Union ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit der AEJ und aller engagierten Journalisten.