Am 7. Dezember 2025 begann der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz seinen Antrittsbesuch in Israel mit einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Jerusalem. Dieses Treffen fand in einer Zeit angespannter regionaler Verhältnisse statt, wobei die Diskussionen sich hauptsächlich auf die Herausforderungen im deutsch-israelischen Verhältnis konzentrierten. Merz bekräftigte die dauerhafte Verantwortung Deutschlands für Israel und sicherte dem Land weitere Unterstützung zu.

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Umsetzung der Zweistaatenlösung, die einen eigenständigen Palästinenserstaat neben Israel vorsieht. Merz forderte Israel auf, die humanitäre Versorgung im Gazastreifen zu verbessern, während auch die Lage im israelisch besetzten Westjordanland zur Sprache kam. Diese Fragen sind besonders relevant, da sie im Kontext der aktuellen Konflikte im Nahen Osten stehen, die auch durch einen von den USA vermittelten Waffenruhevertrag beeinflusst werden, der in die zweite Phase eintreten soll und die Entwaffnung der Hamas umfasst.

Holocaust-Gedenkstätte und Treffen mit Opfern

Vor dem Treffen mit Netanyahu besuchte Merz die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, was seine emotionale Verbundenheit zur Geschichte der Juden in Deutschland unterstreicht. Im Anschluss an das Gespräch traf er sich mit ehemaligen Geiseln der Hamas sowie Angehörigen getöteter Geiseln. Diese Begegnungen verdeutlichen die persönlichen und menschlichen Dimensionen des Konflikts, den Merz als eine Herausforderung für die deutsche Außenpolitik ansieht.

Der Kanzler betonte, trotz unterschiedlicher Sichtweisen auf einige Themen, die Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Israel. Er erkannte gleichzeitig die Dilemmata an, mit denen die deutsche Regierung konfrontiert ist, wenn es um Israels militärische Handlungen im Gazastreifen geht. Merz stellte das unbedingte Recht Israels auf Selbstverteidigung klar und bekräftigte Deutschlands Unterstützung für das Existenzrecht Israels inmitten der komplexen Situation.

Kontextualisierung der deutschen Außenpolitik

Die aktuellen politischen Entwicklungen sind nicht nur das Ergebnis bilateraler Beziehungen, sondern stehen auch im Kontext einer erweiterten Diskussion über die deutsche Außenpolitik im Nahen Osten. Dies wurde besonders deutlich auf dem 14. Potsdamer Kolloquium zur Außen- und Deutschlandpolitik, das bereits 2010 stattfand. Dort erörterten Politiker, Diplomaten und Wissenschaftler die Herausforderungen im israelisch-palästinensischen Verhältnis, ein Thema, das bis heute von hoher Relevanz ist, wie [Rosa-Luxemburg-Stiftung] https://brandenburg.rosalux.de/publikation/id/5339/deutsche-aussenpolitik-im-nahen-osten-2 aufzeigt.

Der Besuch von Merz in Israel markiert nicht nur den Beginn seiner Kanzlerschaft, sondern auch einen bedeutsamen Moment in der fortwährenden Diskussion über Frieden und Stabilität im Nahen Osten. Wie [Vienna.at] https://www.vienna.at/deutscher-kanzler-merz-bei-israels-premier-netanyahu/9855593 berichtet, bleibt die Hoffnung auf eine Stabilisierung des Friedensprozesses im Gazastreifen und ein konstruktiver Dialog über die Herausforderungen in der Region eine zentrale Aufgabe für die deutsche Politik.