BirdLife Österreich lädt zur 17. Auflage der „Stunde der Wintervögel“ ein, die vom 3. bis 6. Jänner 2026 stattfinden wird. Diese Aktion zur Vogelbeobachtung hat das Ziel, eine Stunde lang Vögel in Gärten, auf Balkonen oder in Parks zu zählen und die Sichtungen zu melden. Mit dieser Initiative wird die größte Citizen-Science-Aktion im Bereich Vogelschutz in Österreich ins Leben gerufen, die dazu beitragen soll, die Vogelbestände langfristig zu analysieren und Veränderungen aufzuzeigen.

Evelyn Hofer von BirdLife Österreich betont, dass Trends über viele Jahre hinweg von Bedeutung sind, um Einblicke in die Entwicklung der heimischen Vogelpopulationen zu gewinnen. Die aktuellen Wetterverhältnisse, insbesondere die Schneefälle im Osten Österreichs, könnten dazu führen, dass Vögel in Siedlungsräume ausweichen, was die Zählung besonders interessant macht. Die Teilnahme an der Aktion ist für alle Interessierten möglich und erfordert keinerlei Vorkenntnisse.

Wie funktioniert die Zählung?

Die Teilnehmer können an einem beliebigen Tag zwischen dem 3. und 6. Jänner 2026 eine Stunde lang Vögel zählen, wobei sie die höchste Anzahl jeder Art notieren. Die gesammelten Daten können bis zum 14. Jänner 2026 online oder per Post eingereicht werden. Ein kostenloser Teilnahmefolder ist auf der Webseite von BirdLife Österreich verfügbar oder kann bestellt werden. Im vergangenen Jahr nahmen bereits rund 100.000 Menschen an der Zählung in Deutschland teil, wobei häufige Sichtungen von Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise verzeichnet wurden.

Die Vogelzählung, die auch in Deutschland und anderen Ländern durchgeführt wird, trägt zur Forschung über Veränderungen in der heimischen Vogelwelt bei. So stehen die häufigsten Vogelarten, wie Amsel, Spatzen, Finken und Meisen, im Fokus der Beobachtungen. Ein Vergleich zwischen den Vorjahren ermöglicht es, Trends zu erkennen, auch wenn es aufgrund unterschiedlicher Datenlagen Herausforderungen gibt.

Besondere Aktionen und Wettbewerbe

In diesem Jahr wird erstmals ein Zeichenwettbewerb für Kinder angeboten, bei dem Zeichnungen ihrer Lieblingsvögel im Winter gesucht werden. Die Siegerbilder sollen von der Österreichischen Post als Briefmarken umgesetzt werden, wobei außerdem Sachpreise verlost werden. Zusätzlich organisiert BirdLife Österreich Vogelquizze in verschiedenen Schwierigkeitsgraden sowie einen Foto- und Videowettbewerb, wodurch ein breites Spektrum an Aktivitäten geboten wird.

Ein aktueller Bericht zeigt, dass das milde Wetter im Vorjahr zu weniger Vögeln an Futterstellen geführt hat, während in diesem Jahr aufgrund eines geringeren Nahrungsangebots in Wäldern mit anderen Beobachtungen zu rechnen ist. Zudem wurden bereits mehr Eichelhäher und Buntspechte als im Vorjahr wahrgenommen. Diese Dynamik könnte interessante Erkenntnisse über die Wintergäste und Zugvögel liefern.

Die „Stunde der Wintervögel“ bietet nicht nur die Möglichkeit zur Datenerhebung, sondern verbindet auch Forschung, Naturschutz und die breite Beteiligung der Bevölkerung. Die gesammelten Informationen werden zur Analyse der Vogelverbreitung und der Auswirkungen der Klimakrise herangezogen. Kontaktinformationen für vogelkundliche Rohdaten sowie weitere Details sind auf der Webseite von BirdLife Österreich zu finden.

Für nähere Informationen und Teilnahmebedingungen klicken Sie auf die entsprechenden Links: Ökonews, Forschung und Lehre und Citizen Science.