Am 30. Dezember 2025 richtet der WWF Österreich einen dringenden Naturschutz-Appell an Tirols Landeshauptmann Anton Mattle. Anlässlich des bevorstehenden Jahreswechsels fordert die Naturschutzorganisation von der Landesregierung „26 gute Vorsätze“ um den Schutz der Umwelt und natürliche Lebensräume zu fördern. Der Appell fordert grundlegende Maßnahmen zur Bewahrung der Tiroler Landschaft und ihrer Ökosysteme.

Zu den zentralen Forderungen gehören die Offensive für natürliche Schutzmaßnahmen, eine Eindämmung der Bodenversiegelung und der Transit sowie die Absage an veraltete Großprojekte, wie den umstrittenen Kaunertal-Ausbau. Maximilian Frey vom WWF übt scharfe Kritik an der Praxis der Landesregierung, die oft das Gegenteil von ihren eigenen Versprechen zur Sicherung der Lebensgrundlagen künftiger Generationen umsetzt.

Forderungen für den Naturschutz

Der WWF schlägt vor, öffentliche Mittel gezielt für die Renaturierung von Flüssen, Mooren und Wäldern zu verwenden. Diese Maßnahmen könnten die Krisensicherheit und Lebensqualität in Tirol erheblich steigern. Zudem wird eine höhere Dotierung des Naturschutzfonds für neue Projekte und Schutzgebiete, beispielsweise im Platzertal, gefordert. Ein weiterer Punkt ist die Forderung nach einem Stopp des Kaunertal-Ausbaus. Stattdessen soll eine Umleitung der Tiwag-Gelder in nachhaltige Alternativprojekte, wie Photovoltaik, erfolgen.

Die Kritik am Kaunertal-Ausbau spiegelt sich in der Einschätzung wider, dass das Projekt als gefährlich und naturzerstörerisch gilt. Dies wird durch die Pläne zur Flächenversiegelung unterstrichen, die natürlich biologische Prozesse und den Wasserhaushalt negativ beeinflussen. Laut einem Artikel auf WWF.at besteht die Sorge, dass der Ausbau nicht nur ökologisch fragwürdig ist, sondern auch wirtschaftlich als riskant angesehen wird.

Bodenversiegelung und ihre Folgen

Bodenversiegelung bezeichnet das Bedecken des natürlichen Bodens durch menschliche Bauwerke und hat viele negative Auswirkungen auf die Umwelt. Versiegelte Flächen verhindern das Eindringen von Niederschlag in den Boden und reduzieren damit die Grundwasserspeicherung. Dies kann zu Trinkwassermangel und einer erhöhten Hochwassergefahr führen. Insbesondere in städtischen Gebieten, wo große Anteile des Bodens versiegelt sind, wird die Versickerung von Regenwasser stark beeinträchtigt. Dies führt nicht nur zu einer Erwärmung der Stadt während heißer Tage, sondern schädigt auch die natürliche Bodenfruchtbarkeit, da essentielle Bodenorganismen gefährdet sind.

Der WWF appelliert an die Landesregierung, eine grundlegende Reform der Raumordnung voranzutreiben. Ein Fokus sollte auf der Eindämmung der Bodenversiegelung liegen, indem innere Entwicklungsstrategien gefördert und landwirtschaftliche Flächen geschützt werden. Auch die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und die Eindämmung des Transitverkehrs über die Alpen sind wichtige Anliegen, die in dem Appell verankert sind. Darüber hinaus wird die Streichung des transitfördernden Dieselprivilegs gefordert.

Der Appell des WWF Österreich unterstreicht die dringliche Notwendigkeit, effiziente Naturschutzmaßnahmen zu ergreifen, um Tirols einzigartige Landschaften und Lebensräume zu bewahren. Die eingangs genannten 26 Vorsätze sollen als Leitfaden zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in der Region dienen.