Am 3. Dezember 2025 wurde das Wien Museum mit dem Zero Project Inclusive Arts Award ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigt die umfassenden Maßnahmen der Institution zur Förderung der Barrierefreiheit. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler gratulierte dem Wien Museum und betonte die Bedeutung dieses Preises für die kulturelle Teilhabe aller Besucher*innen.
Aus insgesamt 47 Bewerbungen wurden sieben inklusive Kunstinitiativen international prämiert, darunter das Wien Museum in der Kategorie „Inclusive Arts“. Kaup-Hasler hob hervor, dass Barrierefreiheit die Qualität des kulturellen Angebots stärkt und dass das Wien Museum eindrucksvoll zeigt, wie Vermittlung und inklusive Bauweise zusammenwirken können.
Maßnahmen zur Barrierefreiheit
Die Barrierefreiheit ist im Wien Museum in allen Bereichen verankert. Dazu zählen unter anderem:
- stufenloser Zugang
- taktile Übersichtspläne
- Bodeninformationen zur guten Zugänglichkeit und Orientierung
In den Ausstellungen wird das Mehr-Sinne-Prinzip angewendet. So sind Objekte zum Betasten, Audiostationen mit Transkriptionen und Übersetzungen in die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) sowie ein digitaler Guide in einfacher Sprache vorhanden. Zudem ist der Eintritt zur Dauerausstellung kostenfrei.
Das Zero Project selbst wurde 2008 von der Essl Foundation ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (CRPD) umzusetzen. Der diesjährige Zero Project Inclusive Arts Award wurde erstmals vergeben und erkennt die Möglichkeit an, die Konzepte der ausgezeichneten Initiativen auf andere Institutionen und Länder zu übertragen.
Internationale Perspektive und Ausblick
Die Bedeutung des Zero Project zeigt sich auch in der kommenden Nominierungsrunde für 2026, welche inklusive Kunstinitiativen als eigene Kategorie einführt. Insgesamt 586 Nominierungen aus 93 Ländern wurden eingereicht, wovon 48 Initiativen aus dem Kunstbereich nominiert wurden. Die Auswahl der Projekte erfolgt basierend auf den Kriterien Innovation, Wirkung und Skalierbarkeit, wobei die endgültige Auswahl der Preisträger:innen am 3. Dezember 2025 bekannt gegeben wurde – dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen.
Die Vielfalt und regionale Verbreitung der 13 auf der Shortlist stehenden inklusiven Kunstinitiativen zeigt die globale Bewegung für Inklusion in der Kunst. Alle Shortlist-Projekte werden zur Zero Project Conference 2026 in der UNO-City in Wien eingeladen, die vom 18. bis 20. Februar stattfinden wird.
Die inklusive Ausgestaltung von Museen und Ausstellungen ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern auch eine ethische Aufgabe. Es gilt, das Recht auf Gleichheit und Zugang zu kulturellen Einrichtungen für alle zu gewährleisten. Dies wird durch Gesetze, wie das Behindertengleichstellungsgesetz von 2002, sowie die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die 2009 verabschiedet wurde, unterstützt. Diese rechtlichen Rahmenbedingungen unterstreichen die Notwendigkeit, die Zugänglichkeit und Barrierefreiheit in Museen umfassend zu gestalten.
Die Initiativen des Wien Museums und die Auszeichnung des Zero Project sind Schritte in die richtige Richtung, um sicherzustellen, dass der Museumsbesuch für alle Menschen lehrreich und zugänglich ist.