Am 14. Oktober 2025 fand im Landhaus in St. Pölten die 60. Verleihung der Auszeichnungen für „Vorbildliche Bauten in Niederösterreich“ statt. Diese Ehrung wird seit 1955 durchgeführt und gilt als der älteste Baupreis in der Region. Aus 52 Bewerbungen nominierte eine siebenköpfige Fachjury acht Siegerbauten. Die Überreichung der Auszeichnungen erfolgte durch die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und die Landesbaudirektorin Christine Pennerstorfer.
Mikl-Leitner hob die Bedeutung der Baukultur in Niederösterreich hervor und betonte den ressourcenschonenden Einsatz von Materialien. Zudem sprach sie von einer gelungenen Verbindung zwischen Tradition und Innovation und bezeichnete die ausgezeichneten Projekte als „Leuchtturmprojekte“. Besonders das KinderKunstLabor in St. Pölten wurde von Mikl-Leitner als eines ihrer Lieblingsprojekte erwähnt, da Kinder aktiv am Planungsprozess beteiligt waren.
Die ausgezeichneten Bauten
Die prämierten Objekte sind:
- Schulcampus Hollabrunn (Architekten: Mauer & Partner ZT GmbH)
- Neubau Lagerlogistik, Flaschenfüllanlage, Erweiterung Gär- und Lagerkeller in Krems (Architekt: architektur krammer gmbh)
- SONNENTOR Stadt-Lofts in Zwettl (Architekten: w30 Bauplanung & Innenarchitektur GmbH)
- KinderKunstLabor in St. Pölten (Architekten: Schenker Salvi Weber ZT GmbH)
- LUKS in Mauer bei Amstetten (Architekten: Poppe Prehal Architekten ZT GmbH)
- Flusshaus Prinzersdorf (Architekten: Arge DI Ernst Beneder und DI Dr. Anja Fischer)
- Steinhaus Kleinmariazell in Altenmarkt (Architekt: Lux Bau GmbH)
- Campuserweiterung Krems (Architekten: Baumschlager Eberle Wien GmbH)
Pennerstorfer erläuterte die Kriterien, nach denen die Jury die Projekte bewertete: Gestaltung, Konstruktion und Funktionalität. Die Jury reiste drei Tage lang, um die verschiedenen Bauwerke zu inspizieren. Mikl-Leitner bezeichnete die Bauwirtschaft als unverzichtbaren Wirtschaftsmotor für die Region, wobei das Land Niederösterreich insgesamt 4,2 Milliarden Euro in den Ausbau von Kindergärten, Schulen, Kliniken und Straßen für die Jahre 2025 und 2026 investiert.
Innovationen im KinderKunstLabor
Das KinderKunstLabor zeigt zudem interessante architektonische Merkmale, die den Bedürfnissen von Kindern angepasst sind. Im dritten Obergeschoss befindet sich eine Präsenzbibliothek mit ausgewählten Kinder- und Jugendbüchern. Eine zentrale Baumstütze aus Beton, ergänzt von tragenden Holzstützen, bildet die Basis des Gebäudes. Diese Stütze trägt den Raum, um den sich eine besondere Helixtreppe windet, die den Kindern einen Platz zum Basteln, Toben und Ausstellen bietet. Die Fassade des Gebäudes ist mit Holzlamellen ausgestattet, die Sonnenschutz bieten und einen großartigen Blick in die Baumkronen der angrenzenden 25 Meter hohen Bäume ermöglichen.
Der Baumbestand des Altoonaparks, in dessen Nähe das KinderKunstLabor steht, wurde weitestgehend erhalten und durch Neupflanzungen ergänzt. Damit wird das Mikroklima des Parks bereichert und der Aufenthaltsort für die Kinder und Besucher angenehmer gestaltet. Diese Planung steht in einem Kontext, der auch die Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft thematisiert, welche durch Faktoren wie Klimawandel und Ressourcenknappheit geprägt ist. Die Gruppe Nachhaltiges Bauen untersucht umfassend die Wechselwirkungen zwischen Bauprodukten, Bausystemen und deren Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit von Gebäuden sowie städtischen Räumen.
Der nächste Wettbewerb zur Einreichung für die Auszeichnungen beginnt am 1. Jänner 2026 und endet am 31. März 2026. Interessierte Architekten sind eingeladen, ihre Projekte einzureichen.
Für weitere Informationen zu den Auszeichnungen und den prämierten Bauten besuchen Sie bitte NÖ.gv.at, HolzbauAustria und Fraunhofer IBP.