Am 23. November 2025 fand die 26. Nestroy-Gala im Wiener Volkstheater statt, eine der bedeutendsten Veranstaltungen des österreichischen Theaters. Die Veranstaltung ehrte herausragende Leistungen auf den Bühnen Wiens und anderen österreichischen Städten und zieht jedes Jahr zahlreiche Interessierte an.

Bei diesem festlichen Anlass ging der Preis für die „Beste Schauspielerin“ an Julia Riedler für ihre beeindruckende Darbietung in „Fräulein Else“, inszeniert von Leonie Böhm. Riedler betonte in ihrer Dankesrede die wertvolle Zusammenarbeit mit der Regisseurin, die bereits während ihrer Ausbildung an der Schauspielschule begann. Für seine herausragende Leistung in „Das Vermächtnis“ von Matthew López wurde Nils Arztmann als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet, und zwar für seine Doppelrolle als Adam und Leo.

Besondere Auszeichnungen und Ehrungen

Ein weiterer Höhepunkt der Gala war die Auszeichnung für die beste Nebenrolle, die an Itay Tiran ging, für seine darstellerische Leistung in Milo Raus „Burgtheater“-Inszenierung nach Elfriede Jelinek. Tiran widmete seine Dankesrede einem wichtigen Thema, indem er dem Gedenken an den 7. Oktober 2023 und dem laufenden Konflikt im Gazastreifen gedachte. Im Bereich der besten Bundesländer-Aufführung wurde Sara Ostertag für „The Broken Circle“ am Linzer Landestheater geehrt.

Der Autor:innenpreis für das beste Stück ging an Eve Leigh für ihr Werk „Verbranntes Land (Salty Irina)“ am Schauspielhaus Wien. Zudem wurde der Spezialpreis für die performative Installation „[EOL]. End of Life – Eine virtuelle Ruinenlandschaft“ an DARUM im brut Wien vergeben. Auch die beste Off-Produktion wurde gewürdigt: „Die Düntzer Rhapsodie“ vom Flirty Horse Art Collective im Theater Drachengasse erhielt diese Auszeichnung.

Förderung des Nachwuchses und weiterer Auszeichnungen

Die Nestroy-Gala legte auch ein starkes Augenmerk auf den Nachwuchs. In dieser Kategorie wurden Pauline Großmann für ihre Rolle in „Gabriel“ am Salzburger Landestheater und Lena Riemer für „aufstiegskörper. ein fühlversuch.“ am Theater am Werk ausgezeichnet. Der Preis für die beste Ausstattung ging an das Team aus Philipp Stölzl, Franziska Harm und Michael Hofer für die Inszenierung „Liliom“ am Burgtheater.

Das Schauspielhaus Hamburg wurde für die beste Aufführung im deutschsprachigen Raum mit dem Stück „Die Maschine oder: Über den Gipfeln ist Ruh“ gewürdigt. Den Publikumspreis erhielt Petra Alexandra Pippan vom Tiroler Landestheater, während Martin Schwab mit dem Lebenswerk-Preis für seine langjährige und herausragende Karriere geehrt wurde.

Bedeutung und Ausblick

Kulturminister Andreas Babler unterstrich bei der Gala die Rolle des Theaters als Ort der Vielfalt und Lebensperspektiven. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hob die Bedeutung des Theaters für die Verbindung von Realität und Vorstellung hervor. Die Nestroy-Gala wird von der NESTROY-Vereinigung organisiert und wird seit 2000 verliehen, um herausragende Leistungen an Wiener und anderen österreichischen Bühnen zu würdigen. Auch Eigenproduktionen von Festivals wie den Salzburger und Bregenzer Festspielen werden in die Vergabe einbezogen.

Für 2025 wurden insgesamt 46 Nominierte in 13 Kategorien präsentiert, und die Abstimmungen für den Publikumspreis begannen am 10. November. Die Preisverleihung wurde live-zeitversetzt von ORF III ausgestrahlt, was die Reichweite und Bedeutung dieses Events weiter erhöht hat. Weitere Informationen über die Nestroy-Nominierungen und Preisträger finden Sie unter volkstheater.at und bmwkms.gv.at.