Eine neue Studie von Univ.-Prof. Dr.in Sigrid Stagl von der WU Wien, die am 28. Oktober 2025 in Wien vorgestellt wurde, zeigt die schwerwiegenden ökonomischen Kosten auf, die mit der Untätigkeit im Klimaschutz verbunden sind. Laut der Studie zahlen Europa und insbesondere Deutschland bereits jetzt hohe Preise für klimapolitische Versäumnisse aus der Vergangenheit. Die Fragestellung, was uns die Klimakrise tatsächlich kostet, rückt zunehmend in den Fokus.
Die Ergebnisse sind alarmierend: Bis 2050 könnten in der EU Produktionsverluste von über 5 Billionen Euro auftreten. Bei einer globalen Erwärmung von 3 °C würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um etwa 10 % sinken. Bemerkenswert ist, dass jeder investierte Euro in Klimaschutz bis zu 10 Euro an Folgekosten eingespart werden kann. Seit 1980 haben Extremwetterereignisse in Europa Schäden von insgesamt 738 Milliarden Euro verursacht. Zusätzlich fordern klimabedingte Gesundheitsfolgen bis zu 80.000 Menschenleben und belasten die Wirtschaft jährlich mit rund 400 Milliarden Euro an Gesundheitskosten.
Risiken für den Arbeitsmarkt
Die Studie warnt auch vor ernsthaften Bedrohungen für den Arbeitsmarkt. Ohne gezielte Maßnahmen könnten bis 2040 zwischen 2 und 5 Millionen Jobs in der EU gefährdet sein. Diese Entwicklungen könnten nicht nur kurzfristig negative Auswirkungen auf die Beschäftigung mit sich bringen, sondern auch langfristige wirtschaftliche Folgeschäden nach sich ziehen.
Als zentrale Empfehlungen schlägt die Studie unter anderem vor, Klimarisiko-Indikatoren in den Europäischen Semesterprozess zu integrieren und mindestens 1 % des EU-BIP jährlich in klimafreundliche Investitionen zu stecken. Auch eine gezielte Verwendung von 40 % der Kohäsionsmittel für Anpassung und Resilienz wird als notwendig erachtet.
Globale Dimensionen des Problems
Die Kosten des Klimawandels sind jedoch nicht nur auf Europa beschränkt. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass der Klimawandel weltweit spürbare Auswirkungen hat. Laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) könnte das BIP pro Kopf bis 2049 um bis zu 19 % niedriger sein, was einen Einkommensverlust von etwa 38 Billionen US-Dollar bedeutet. Die Schätzungen variieren zwischen 11 % und 29 % BIP-Reduktion für den gleichen Zeitraum, wobei die höchsten Kosten in Afrika und Südostasien erwartet werden.
In Deutschland prognostiziert eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK), dass die wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels bis 2050 zwischen 280 und 900 Milliarden Euro liegen könnten, mit jährlichen Kosten von 20 bis 70 Milliarden Euro. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen sowie die Notwendigkeit von Anpassungsstrategien.
Ein bundesweites Klimaanpassungsgesetz wird 2024 in Kraft treten und soll Deutschland klimaresilient machen, um den Herausforderungen des Klimawandels besser begegnen zu können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Klimawandel nicht nur eine ökologische, sondern auch eine gravierende ökonomische Bedrohung darstellt, die dringend adressiert werden muss. Die politischen Akteure sind gefordert, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um zukünftige Kosten zu reduzieren und die Gesellschaft sowie die Wirtschaft auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten.
ots.at berichtet, dass …
bundeswirtschaftsministerium.de erläutert weiterhin …
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