Am 30. Dezember 2025 steht die Wiener Wohnpolitik im Fokus des ersten Sonderlandtags 2026. Unter dem Titel „Das Land Wien braucht mehr geförderten Wohnungsneubau und Sanierungsförderung statt einer Zweckentfremdung der Wohnbaufördermittel“ wird die Wohnsituation in der Hauptstadt kritisch beleuchtet. Die Grünen werfen der bislang regierenden Rot-Pink-Koalition vor, beim leistbaren Wohnungsneubau und der Mobilisierung ungenutzter Wohnungen versagt zu haben. Stattdessen warnen sie vor einer drohenden Wohnungsknappheit im 21. Jahrhundert, die die Leistbarkeit von Wohnraum gefährdet. Derzeit fehlt ein Plan für mindestens 28.000 neue, erschwingliche Wohnungen, während der Rückgang der bereits gewidmeten Objekte seit dem Amtsantritt der Koalition alarmierend ist, so die Grünen.

Ein wesentlicher Grund für den Rückgang wird in der Zweckentfremdung der Wohnbauförderung gesehen. Zwischen 2020 und 2022 wurden aus den Mitteln der Wohnbauförderung jährlich durchschnittlich 210 Millionen Euro zur Budgetsanierung umgeleitet. Insgesamt flossen 329 Millionen Euro aus dem Titel Wohnbauförderung nicht in den sozialen Wohnbau, was die Unterbringung von Menschen in leistbarem Wohnraum weiter erschwert. Ein konkreter Termin für den Sonderlandtag steht noch nicht fest, wird jedoch für Ende Jänner erwartet.

Aktuelle Herausforderungen im Wohnungsbau

Die Kosten für Eigenheime in Österreich sind weiterhin hoch, was den Druck auf die Mieter:innen und Käufer:innen verstärkt. Die Wohnbauförderung, die Ländersache ist, soll helfen, diese Finanzierungslast zu verringern. Der Wohn- und Baupaket 2024/2025 zielt darauf ab, leistbares Wohnen in Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen zu unterstützen. Zu den Formen der Wohnbauförderung zählen unter anderem günstige Kredite, Zuschüsse, sowie Übernahmen von Bürgschaften, die die Kreditbewilligungschancen erhöhen.

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Förderung sind unter anderem eine österreichische Staatsbürgerschaft, die Volljährigkeit und die Nutzung der Immobilie als Hauptwohnsitz. Die verschiedenen Bundesländer haben unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der Einkommensgrenzen und Fördermaßnahmen, was es wichtig macht, sich spezifisch zu informieren, wie infina.at erläutert.

Die Situation auf dem Mietmarkt

Auf dem Mietmarkt spitzt sich die Lage weiter zu. Die Kosten für private Mieten sind in den letzten 15 Jahren um etwa 90% gestiegen, was fast doppelt so schnell wie die Inflation ist. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurden ein Mietpreisstopp für 2025 und ein Deckel von 1% für 2026 sowie 2% für 2027 beschlossen. Ab 2028 soll der Deckel an die Inflation gebunden sein, mit einer maximalen Anpassung von 3%. Dennoch bleiben unbefristete Verträge im freien Mietsegment von diesen Regelungen ausgeschlossen.

Zusätzlich gibt es Forderungen des ÖGB nach einem umfassenden Gesamtpaket für leistbares Wohnen. Dieses soll sicherstellen, dass das Wohnen für alle leistbar bleibt, Spekulationen einzudämmen und den öffentlichen Wohnbau zu priorisieren. Überdies fordert der ÖGB Investitionen in sozialen Wohnbau und energetische Sanierungen, um den steigenden Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt gerecht zu werden.

Insgesamt wird deutlich, dass eine Reform der Wohnpolitik dringend notwendig ist, um der Wohnungsknappheit und den zunehmenden Wohnkosten entgegenzuwirken. Die bevorstehenden Entscheidungen im Sonderlandtag könnten dabei wegweisend für die künftige Wohnsituation in Wien sein. Daher bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen letztlich ergriffen werden, um die Herausforderungen anzugehen und die Wohnverhältnisse für alle zu verbessern.