Ein Waldbrand auf der Innsbrucker Nordkette ist weiterhin aktiv, nachdem erste Löschaktionen am Montag durchgeführt wurden. Rund 80 Einsatzkräfte und vier Hubschrauber waren am Montag vor Ort, um die Glutnester zu bekämpfen. Diese wurden nach einem Drohnenflug entdeckt, der auch am Dienstagmorgen wiederholt werden soll. Der Brand, der Mitte Samstagnachmittag ausbrach, breitete sich rasch und entwickelte sich zu einem größeren Flächenbrand auf etwa 8 Hektar Wald.

Der Waldbrand wurde durch einen 12-jährigen Jungen verursacht, der mit pyrotechnischen Gegenständen unterwegs war.Nachdem der Junge sich mit seinem Vater am Sonntagmittag bei der Polizei meldete und die Verantwortung übernahm, warten die Ermittlungsbehörden nun auf den Polizeibericht. Der Tatbestand der fahrlässigen Brandstiftung steht im Raum. Bürgermeister Johannes Anzengruber hat bereits ein umfassendes Verbot für den Umgang mit Pyrotechnik sowie eine generelle Feuerentzündung und ein Rauchverbot im Waldbereich erlassen.

Brandbekämpfung und Herausforderungen

Die Löschmaßnahmen wurden durch die hohen Oberflächentemperaturen und das Gelände erschwert. Zeugen berichteten von mehreren Personen, die in der Nähe des Brandortes mit pyrotechnischen Gegenständen gesehen wurden. Versuche der Familie, das Feuer selbst zu löschen, scheiterten aufgrund der Trockenheit. Der Vater des Jungen setzte schließlich den Feuerwehrnotruf ab und entfernte sich mit seiner Familie vom Brandort.

Die Einsatzkräfte, bestehend aus rund 150 Feuerwehrleuten und Hubschraubern, erlebten eine Verzögerung bei ihrem Einsatz. Anzengruber kritisierte die anfängliche Verfügbarkeit der Hubschrauber, nachdem eine eineinviertel Stunden auf den ersten Hubschrauber gewartet werden musste. Grund für die Verzögerung war ein Ölwechsel, nicht eine Wartung. Glücklicherweise wurde bei dem Brand niemand verletzt und keine Infrastruktur gefährdet.

Waldbrandprävention und zukünftige Maßnahmen

Im Lichte der jüngsten Ereignisse gewinnen die Prävention und das Management von Waldbränden zunehmend an Bedeutung. Das Internet bietet umfassende Informationen über Waldbrandgeschehen in Österreich. Laut bmluk.gv.at umfasst die Waldbrand-Datenbank über 6.600 Datensätze und ermöglicht es den Nutzern, Informationen zu filtern und Statistiken zu erstellen.

Ein besonderer Fokus liegt auch auf der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren wie Politik, Wissenschaft und Einsatzkräften, um Herausforderungen in der Waldbrandverhütung und -bekämpfung zu identifizieren. Im Rahmen eines Workshops wurden Empfehlungen für ein integrales Waldbrandmanagement entwickelt, die auf der Homepage der EUSALP Aktionsgruppe 8 einsehbar sind.

Die Verantwortlichen zeigen sich optimistisch, dass durch geeignete Maßnahmen und Aufklärung zukünftige ähnliche Vorfälle verhindert werden können. Staatsanwaltschaft und Polizei werden die Ermittlungen weiterverfolgen, um den Vorfall umfassend aufzuklären und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten.