Am Neujahrstag, dem 2. Jänner 2026, kam es in Nikolsdorf zu einem tragischen Rodelunfall, bei dem ein 63-jähriger Mann sein Leben verlor und seine 58-jährige Frau schwer verletzt wurde. Der Unfall ereignete sich gegen 16:00 Uhr, als das Ehepaar von der Rabantalm talwärts fuhr. Während Tochter und Schwiegersohn vorausfuhren, geriet das Paar in einer leichten Linkskurve mit ihrer Rodel über den rechten Rand der Forststraße hinaus.
Das Gelände fiel sofort steil ab und verwandelte sich in steiles Felsgelände. Ermittlungen deuten darauf hin, dass das Ehepaar zunächst rund 25 Meter über nahezu senkrechtes Felsgelände stürzte, bevor sie weitere 50 Meter über das schneebedeckte Waldgelände rutschten. Passierende Rodler bemerkten die Spur und hörten Schreie, weshalb sie umgehend einen Notruf absetzten. Der Schwiegersohn leistete Erste Hilfe, bis ein Notarztteam mit dem Hubschrauber eintraf.
Rettungsmaßnahmen und Folgen
Der Notarzt konnte nur den Tod des Mannes feststellen. Die schwer verletzte Frau wurde gegen 17:00 Uhr vom Hubschrauberteam mittels Tau geborgen und ins BKH Lienz geflogen. Aufgrund ihrer schweren Verletzungen wurde sie anschließend in das LKH Klagenfurt überstellt. Der verstorbene Rodler wurde von der Bergrettung Lienz geborgen und ins Tal gebracht, während die Angehörigen von einem Kriseninterventionsteam des Rettungsdienstes betreut wurden. Im Einsatz waren insgesamt 22 Mitglieder der Bergrettung Lienz sowie zwei Alpinpolizisten.
Solche tragischen Unfälle sind Teil eines besorgniserregenden Trends in Österreich, wo die Zahl der tödlichen Alpinunfälle im Jahr 2024 um 16 Prozent gestiegen ist. Laut der österreichischen Bergrettung, die im vergangenen Jahr über 10.000 Einsätze verzeichnete – einen neuen Höchststand mit 10.097 Einsätzen – sind die Herausforderungen für die Einsatzkräfte in stark frequentierten Gebieten gestiegen. Auch das Symposium „BergRETTUNG“, das im Juni stattfand, thematisierte diese Entwicklungen und die damit verbundenen Herausforderungen für die Rettungsdienste.
Alpine Unfallstatistik
Laut einer Analyse vom Österreichischen Kuratorium für alpine Sicherheit waren im Jahr 2023 insgesamt 309 Menschen in den Bergen tödlich verunglückt, davon 127 beim Wandern. Die häufigste Todesursache beim Wandern war Herz-Kreislauf-Versagen, besonders betroffen sind ältere Menschen. Insgesamt wurden in 2024 etwa 13.999 Personen bei alpinen Aktivitäten verunfallt, wovon 6.990 beim Skisport und 3.226 beim Wandern und Bergsteigen verletzt wurden. Die Dunkelziffer könnte auf rund 43.000 ansteigen, da viele Verletzte in Krankenhäusern behandelt werden müssen.
Die Datenbank, die solche Unfälle analysiert, erfassen jährlich über 8.000 Alpinunfälle. Jedes Jahr werden die Statistiken ausgewertet, um die Unfallforschung und Präventionsarbeit zu unterstützen. Erforschung der Unfallursachen könnte dazu beitragen, die Unfallzahlen in der Zukunft zu senken und das Bewusstsein für die Risiken bei der Nutzung alpiner Freizeitmöglichkeiten zu stärken. Ein Appell an die Eigenverantwortung wurde von Experten gefordert, da viele Unfälle durch bessere Vorbereitung vermeidbar wären.
Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der alpine Unfallforschung finden Sie in den Berichten von Dolomitenstadt, OTS und Alpine Sicherheit.
Dolomitenstadt berichtet ausführlich über den tödlichen Rodelunfall in Nikolsdorf. Wie die OTS darstellt, sind die Einsätze der Bergrettung in Österreich auf Rekordniveau. Weitere Details zur alpine Unfallstatistik finden Sie auf Alpine Sicherheit.