Am 30. Dezember 2025 besuchten mehrere Dutzend Sternsinger den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen und seine Frau Doris Schmidauer in der Hofburg. Diese bedeutsame Aktion umfasste Sternsinger aus ganz Österreich, von Unterwart in Burgenland bis Weiler in Vorarlberg, sowie eine Delegation aus Südtirol. Van der Bellen bezeichnete das Sternsingen als „großartige Sache“, die viel Gutes bewirke und hob die Friedensbotschaft der Aktion hervor.
Die Sternsinger sind mehr als nur verkleidete Kinder und Jugendliche; sie fungieren als Botschafter der Humanität. Bei ihrem Besuch überreichten sie dem Bundespräsidenten Geschenke, darunter einen Bildband über starke Massai-Frauen und kinderarbeitsfreie Produkte. Diese Geschenke wurden von einer Delegation der „Pfarre zur göttlichen Liebe“ aus Wien-Simmering überbracht.
Sternsingen als Hilfsaktion
Der Schwerpunkt der diesjährigen Hilfsaktion liegt in Tansania, wo der Klimawandel erhebliche Auswirkungen hat und zu Missernten führt. Van der Bellen lobte insbesondere die Förderung von Frauenprojekten in Tansania, die durch die Unterstützung der Sternsinger und die Katholische Jungschar gefördert werden. Um das Bewusstsein für die Herausforderungen in Tansania und andere Entwicklungsländer zu schärfen, wird das Sternsingen genutzt, um Geld für notleidende Kinder und Familien zu sammeln.
In Österreich sind im Rahmen der Sternsingeraktion derzeit 85.000 Kinder aktiv unterwegs, um Menschen in Not zu helfen. Im vergangenen Jahr wurden 17,5 Millionen Euro gesammelt, was etwa 200 Euro pro Kind entspricht. Stephanie Schebesch-Ruf, Vorsitzende der Katholischen Jungschar, bedankte sich bei Van der Bellen für seinen kontinuierlichen Einsatz gegen den Klimawandel.
Internationale Dimension der Hilfe
Die gesammelten Gelder kommen nicht nur in Tansania, sondern auch in 19 weiteren Ländern zum Einsatz, darunter die Philippinen, wo das Partnerprojekt „Agro-Eco“ auf der Insel Mindanao die Bauernfamilien durch Bio-Landwirtschaft unterstützt. Die Spenden fördern zudem Bildung für Straßenkinder, sauberes Trinkwasser und die Verteidigung von Menschenrechten.
Das Kindermissionswerk, das hinter der Sternsingeraktion steht, fördert nicht nur die Projekte im Ausland, sondern ist auch um Transparenz und Aufarbeitung innerhalb seiner Organisation bemüht. Nach Vorwürfen gegen den früheren Präsidenten Fr. Winfried Pilz, sind Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention sexueller Übergriffe in der Organisation eingeleitet worden. Eine externe Untersuchung ergab zwar keine Beweise für Missbrauch Minderjähriger durch Pilz, aber Hinweise auf sexuelle Grenzverletzungen gegenüber Mitarbeitern, die derzeit behandelt werden.
Für mehr Informationen oder Hinweise im Zusammenhang mit rituellen sexuellen Übergriffen, können Betroffene sich an die Kindermissionswerk-Schutzbeauftragte Susanne Brenner-Büker wenden.