Am 25. Dezember 2025 trat im Bereich Leoben-Göß in der Steiermark ein vorliegendes Umweltereignis auf, als ein Spaziergänger einen Ölfilm auf der Mur bemerkte. Unverzüglich wurde die Freiwillige Feuerwehr Leoben-Göss als Schadstoffstützpunktfeuerwehr alarmiert, um die Ausbreitung des Ölfilms zu beobachten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Rasch nach der ersten Alarmierung rückte die Feuerwehr aus, doch der Ölfilm hatte sich bereits weiter flussabwärts ausgebreitet, was zusätzliche Kräfte erforderlich machte. Die Freiwillige Feuerwehr Leoben-Stadt wurde nachalarmiert, um die Situation zu unterstützen.

Insgesamt wurden sieben Feuerwehren alarmiert, darunter die Feuerwehren aus Niklasdorf, Proleb, St. Michael, sowie Kammern, die mit einem WLF-K und einem Ölsperren-Container ausgestattet waren. Auch die Freiwillige Feuerwehr Bruck/Mur wurde um die Bereitstellung eines zweiten Boots gebeten, was die ernsthafte Lage unterstrich. Bei einbrechender Dunkelheit wurde eine Ölsperre bei der Wehranlage in Niklasdorf-Köllach errichtet, um den Ölfilm einzudämmen.

Einsatzkräfte und Koordination

Der erfolgreiche Einsatz involvierte insgesamt 70 Einsatzkräfte, die mit 17 Fahrzeugen und 2 Booten vor Ort waren. Zusätzlich arbeiteten die Einsatzkräfte eng mit der Bezirkshauptmannschaft Leoben, dem Umwelteinsatzdienst des Landes Steiermark, dem Kraftwerksverbund sowie dem Bereichsfeuerwehrverband Leoben zusammen. Die Ölsperre soll bis Montag aufrechterhalten werden, sodass Öl bei Bedarf abzusaugen ist. Die genaue Ursache des Ölfilms bleibt gegenwärtig in Klärung, während die Einsatzkräfte um 19:10 Uhr in ihre Rüsthäuser zurückkehren konnten.

Kontext zur Bekämpfung von Ölverschmutzungen

Ölverschmutzungen stellen eine ernsthafte Umweltbedrohung dar und entstehen häufig bei der Förderung, dem Transport und der Nutzung von Öl. Hierbei gibt es zunehmend innovative Ansätze zur effektiven Beseitigung solcher Verschmutzungen. Forscher des ITA, der Universität Bonn und der Heimbach GmbH haben beispielsweise eine neue Methode zur Entfernung von Ölverschmutzungen aus Gewässern entwickelt. Diese Technik integriert ein spezielles, superhydrophobes Textil in einen schwimmenden Behälter, das optimale Bedingungen für die Öladsorption schafft.

Ein kleines Gerät, das Teil dieser Technologie ist, kann bis zu vier Liter Diesel pro Stunde entfernen, was etwa 100 Quadratmetern Ölfilm entspricht. Der entwickelte Bionische Öladsorber (BOA) funktioniert ohne zusätzlichen Energiebedarf und ist kosteneffizienter als herkömmliche Methoden, während es gleichzeitig auch umweltfreundlich bleibt, da keine giftigen Substanzen ins Wasser gelangen.

Der BOA nutzt natürliche Kapillarkräfte, um das Öl in einen Auffangbehälter zu transportieren und somit eine nachhaltige Lösung für die Bekämpfung von Ölfilmen in Gewässern zu bieten. Die Forschung im Bereich der Ölentfernung zeigt, dass alternative, innovative Ansätze gleichzeitig die Effizienz und die ökologischen Standards verbessern können. Die Technologie ist derzeit in Entwicklung und soll in den nächsten zwei bis drei Jahren auf den Markt kommen.