Am 30. Dezember 2025 informierte ein Bürger die Polizei über einen seit mehreren Tagen ungenutzten Pkw im Gemeindegebiet von Friesach. Das Fahrzeug war unver­sperrt und der Schlüssel steckte im Zündschloss. Bei der Überprüfung stellte die Polizei fest, dass das Auto und die Kennzeichen bereits Mitte Dezember als gestohlen gemeldet worden waren, wie Klick Kärnten berichtet. Die zuständige Dienststelle in der Steiermark wurde umgehend informiert, und die 29-jährige Fahrzeugbesitzerin wurde über den Fund ihres Pkw informiert. Nach Abschluss der Spurensicherung erhielt sie ihr Fahrzeug zurück, während weitere Ermittlungen zur Täterschaft noch im Gange sind.

Der Vorfall in Friesach ist Teil eines besorgniserregenden Trends, der in den letzten Jahren zu beobachten ist. Fahrzeugdiebstähle und Unterschlagungen haben stark zugenommen, was die Tagesschau in ihren Berichten deutlich macht. Laut BKA-Zahlen stieg die Zahl der dauerhaft entwendeten Pkw im Jahr 2023 um 9 % auf insgesamt 15.924 Fahrzeuge. Die Diebstahlzahlen befinden sich wieder auf einem Niveau, das dem vor der Pandemie ähnelt. Besonders betroffen sind Großstädte wie Berlin und Hamburg sowie grenznahe Regionen in Ostdeutschland.

Internationale organisierte Kriminalität

Die Diebesbanden, die hinter diesen kriminellen Aktivitäten stehen, sind gut organisiert und international vernetzt. Täter nutzen moderne Technologien, wie etwa Funkstreckenverlängerer, um sich Zugang zu Fahrzeugen zu verschaffen. Ein weiteres verbreitetes Werkzeug, auch als „Gameboy-Tool“ bekannt, ermöglicht ein einfaches Öffnen und Starten von Fahrzeugen. Sicherheitslücken sind den Herstellern bewusst, doch trotz des hohen Risikos wurden bislang keine signifikanten Änderungen vorgenommen, was die Bundeskriminalamt feststellen musste.

Diebstähle betreffen nicht nur Pkw, sondern auch Lkw, Wohnmobile sowie Bau- und Landmaschinen. Die Diebstahlquote für Lkw erhöhte sich allein im Jahr 2023 um mehr als 48 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Gründe dafür sind vielfältig: Baumaschinen weisen hohe Werte auf und der weltweite Bedarf an Ersatzteilen macht sie besonders attraktiv für Kriminelle. Die betrügerischen Aktivitäten beschränken sich oft auf den internationalen Handel, wobei entwendete Maschinen häufig nach Osteuropa transportiert oder in Einzelteile zerlegt werden.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Maßnahmen

Im Jahr 2023 entstand durch Autodiebstahl ein wirtschaftlicher Schaden von über 312 Millionen Euro, was einen durchschnittlichen Schaden pro Diebstahl von über 21.400 Euro bedeutet und einen Anstieg von etwa 6 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese steigenden Schäden führen nicht nur zu höheren Kfz-Versicherungsprämien für die Geschädigten, sondern auch für Baumaschinenbetreiber, die ebenfalls mit steigenden Versicherungskosten rechnen müssen.

Um der wachsenden Bedrohung entgegenzuwirken, arbeiten deutsche und europäische Behörden eng zusammen. Regelmäßige Kontrollen an Schengen-Außengrenzen sowie Fahndungsaktionen zeigen erste Erfolge in der Bekämpfung dieser Art der Kriminalität. Dennoch sind keine wesentlichen Verbesserungen in Sicht, da die technischen Fähigkeiten der Täter zur Überwindung von Sicherheitseinrichtungen weiterhin eine Herausforderung darstellen.

Experten empfehlen präventive Maßnahmen, darunter GPS-Ortungssysteme und Alarmanlagen, um das Risiko eines Diebstahls zu minimieren. Zusätzliche Informationen zur Prävention können auf den Webseiten der Polizeibehörden eingesehen werden.