Sinkende Temperaturen bringen in Österreich eine lebensbedrohliche Situation für obdachlose Menschen mit sich. Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler warnt, dass der Winter für viele Wohnungslosen überlebensgefährlich ist. Angesichts dieser wachsenden Gefahr ruft die Caritas zur dringenden Unterstützung und Solidarität mit den betroffenen Personen auf. In diesem Jahr sind schätzungsweise 20.000 Menschen in Österreich obdachlos, wobei 60 % davon in Wien leben. Die steigende Inflation und die hohen Mieten erhöhen den Druck auf sozial benachteiligte Menschen, was die Situation zusätzlich verschärft.

Die Caritas hat umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um in der kalten Jahreszeit zu helfen. Neben einem Kältetelefon, das rund um die Uhr für Hilfesuchende zur Verfügung steht, werden auch Winternothilfe und Notquartiere angeboten. Diese Einrichtungen bieten obdachlosen Menschen sichere Schlafplätze, während Wärmestuben und Tageszentren tagsüber Aufwärmangebote und warme Mahlzeiten bereitstellen. Mobile Streetwork-Teams sind ebenfalls aktiv und unterstützen obdachlose Menschen mit Lebensmitteln, Decken und Schlafsäcken.

Angesichts der Kälte handeln

Um die Betroffenen effektiv zu erreichen, hat die Caritas zahlreiche Kältetelefonnummern für verschiedene Bundesländer eingerichtet:

  • Wien: 01/4804-553 (0-24 Uhr, 29. Oktober bis 29. April)
  • Burgenland: 0676/8373-0322 (8-22 Uhr, 1. November bis 31. März)
  • Steiermark: 0676/8801-58111 (18-24 Uhr, 11. November bis 31. März)
  • Kärnten: 0463/3960-60 (18-6 Uhr, 1. November bis 31. März)
  • Salzburg: 0676/8482-10651 (0-24 Uhr, 1. November bis 31. März)
  • Tirol: 0512/2144-7 (0-24 Uhr, 1. November bis 30. April)
  • Vorarlberg: 05522/200-1700 (8-12 Uhr Mo-Fr)
  • Oberösterreich: 0732/7767-67560 (10-12 Uhr Di, Do, 1. November bis 31. März)
  • Niederösterreich: Notschlafstellen in St. Pölten und Wr. Neustadt ohne spezielle Nummer.

Darüber hinaus sind Sozialarbeiter*innen und Ärzt*innen bereit, erste medizinische und psychologische Hilfe zu leisten. Der Bedarf an Unterstützung ist enorm, denn in den Wiener Notunterkünften sind die Belegungen oft sehr hoch; teilweise bis zu 95 %. Die Caritas stellt in Wien alleine 1.880 Beherbergungsplätze für obdachlose Menschen zur Verfügung und hat über das Betreuungszentrum „Gruft“ bereits zahlreiche Mahlzeiten ausgegeben.

Spenden und Unterstützung

Die Caritas appelliert an die Öffentlichkeit, nicht nur durch persönliche Hilfe, sondern auch durch Spenden aktiv zu werden. Über die Caritas-Website besteht die Möglichkeit, Wärmepakete oder Schlafsäcke zu spenden. Ein Winter-Paket kostet rund 70 Euro und enthält neben einem winterfesten Schlafsack auch warme Mahlzeiten. Die Spendenkontodaten sind wie folgt:

Erste Bank, IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560, BIC: GIBAATWWXXX, Kennwort: Not im Inland.

Im letzten Winter verzeichnete das Kältetelefon über 9.700 Anrufe. Der Bedarf an Unterstützung ist ungebrochen, und Caritas fordert von der Politik, wirksamere Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen einzuleiten.

Klaus Schwertner, Wiener Caritas-Direktor, fordert mehr politisches Engagement zur Prävention von Wohnungslosigkeit. Mit einem Housing-first-Ansatz plant das Sozialministerium, eigene Wohneinheiten bereitzustellen, um dem Problem langfristig entgegenzuwirken. Nur durch gemeinsame Anstrengungen der Gesellschaft können wir den Lebensraum für die Schwächsten unter uns sichern und ihr Überleben in den kommenden Wintermonaten gewährleisten.

Für weitere Informationen über Hilfe und Spendenmöglichkeiten können interessierte Personen die Caritas-Website besuchen oder die Kontakte der Kältetelefone nutzen.

Diese saisonale Herausforderung erfordert unsere kollektive Verantwortung und Aufmerksamkeit, um obdachlosen Menschen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.