Am 24. Dezember 2025 tritt in Salzburg ein neues Glücksspielgesetz in Kraft, das die Regelungen für Glücksspielautomaten in dem Bundesland erheblich verschärft. Der zentrale Punkt des neuen Regelwerks ist die begrenzte Anzahl von etwa 470 erlaubten Glücksspielautomaten, die landesweit aufgestellt werden dürfen. Kritiker äußern Bedenken, dass die Legalisierung des Glücksspiels in einer regulierten Form zu einer Normalisierung führen könnte, während Suchtexperten die Maßnahme unter strengen Auflagen als Chance sehen, den Graubereich des illegalen Glücksspiels zurückzudrängen.
Das neue Salzburger Gesetz umfasst detaillierte Schutzvorgaben, die darauf abzielen, problematisches Spielverhalten zu reduzieren. Dazu zählen unter anderem die Begrenzung der täglichen Spielzeit, eine Deckelung von Einsätzen sowie möglichen Gewinnen und ein Verbot von Alkohol an den Automaten. Diese Maßnahmen sollen exzessives Spiel erschweren und dazu beitragen, dass auffälliges Spielverhalten frühzeitig erkannt und gegebenenfalls dokumentiert wird. Geschulte Mitarbeiter in den legalen Betrieben sind verpflichtet, auf solche Verhaltensweisen zu achten.
Relevanz der Suchthilfe und der Kontrolle
Das Institut für Glücksspiel und Abhängigkeit hat betont, dass die Einführung klarer gesetzlicher Vorgaben zur Bekämpfung des Schwarzmarktes entscheidend sein könnte. Beratungsstellen berichten von einem Anstieg problematischen Spielverhaltens, insbesondere seit den Pandemiejahren. In dieser Zeit haben Isolation, digitale Angebote und fehlende Kontrolle die Risiken für eine Spielsucht erhöht.
Die neuen Regelungen in Salzburg sind Teil der Bemühungen, den Zugang zu Hilfsangeboten für Betroffene zu erleichtern und ein sicheres Umfeld zu schaffen. Die aktive Kontrolle der Spielautomaten wird als wirksamer Hebel im Kampf gegen Spielsucht angesehen. Laut dem Bundesgesundheitsministerium haben 36,5% der Bevölkerung in Deutschland im Alter von 16 bis 70 Jahren in den letzten zwölf Monaten an mindestens einem Glücksspiel teilgenommen, wobei 2,4% Anzeichen einer Störung aufzeigen.
Forschung und Prävention im Bereich Glücksspielsucht
Im Kontext der Glücksspielgesetzgebung ist auch die Forschung zu den psychologischen Grundlagen von Suchtverhalten von Bedeutung. An der Universität Duisburg-Essen wird intensiv an den kognitionspsychologischen Grundlagen des Entscheidungsverhaltens geforscht. Insbesondere das Ziel, die Entstehung und Aufrechterhaltung von Internetnutzungsstörungen zu verstehen, spielt eine zentrale Rolle. Das Center for Behavioral Addiction Research der UDE ist besonders aktiv im Bereich der Verhaltenssüchte, einschließlich der Spiel-Abhängigkeit.
Die bevorstehenden Ausschreibungen für Konzessionen in Salzburg, die in Kürze beginnen, legen die Basis für maximal drei Anbieter, die den Automatenbetrieb unter strenger Aufsicht übernehmen werden. Diese Neuregelungen stehen im Zusammenhang mit den geplanten Veränderungen auf Bundesebene und einem neuen Glücksspielgesetz, das voraussichtlich ab 2026 in Kraft treten soll. Dies erfolgt im Hinblick auf das Auslaufen zentraler Lizenzen im Jahr 2027 und dem Bestreben, monopolartige Strukturen im Online-Bereich zu reformieren.