Der alte Perchtenbrauch in Goldegg, Salzburg, erfreut sich auch in diesem Jahr großer Beliebtheit und wird am 1. Jänner gefeiert. Diese Tradition, die tief in der kulturhistorischen Identität der Alpen verwurzelt ist, dokumentiert der Fotograf Bernd Römmelt seit 25 Jahren. Seine neuen Arbeiten präsentieren die faszinierenden und lebendigen Winterrituale Europas und zeigen, wie Geistergeschichten in den dunklen Wintermonaten im Alpenraum lebendig werden. Römmelts Bildband trägt den Titel „Maskenzauber und Dämonentanz“ und bietet eindrucksvolle Fotos sowie Geschichten, die das gelebte Brauchtum der Region beleuchten.
Römmelt hat insgesamt 35 verschiedene Bräuche fotografiert, wobei einige weit verbreitet und andere nur selten zelebriert werden. Die vielfältigen Traditionen umfassen eine Vielzahl an Masken, Schellen und Strohgestalten. Zu den bemerkenswerten Bräuchen zählen das Bärbeletreiben am Barbaratag (4. Dezember) im Oberallgäu in Deutschland sowie die Plodar Vosenòchtin in Sappada, Italien, die vor dem Faschingsdienstag gefeiert wird.
Traditionen und Rituale
In Salzburg tragen die Perchten goldene Spiegelkappen, um das Böse zu bannen. In den Walliser Bergen hingegen erscheinen die Peluches, die sich in schweren Fellen und Holzmasken präsentieren. In Sappada müssen die Rollats die alte Dorfmundart verwenden, was der kulturellen Identität und Tradition der Region einen weiteren besonderen Charakter verleiht. Diese Bräuche sind mehr als nur Feiern; sie symbolisieren den Pakt zwischen Mensch und Natur, entstanden aus Angst und Ehrfurcht gegenüber dem Winter.
Ein weiteres kulturelles Element, das während der Rauhnächte fröhlich und zugleich bedrohlich gefeiert wird, ist die Übergabe der Macht an die Dämonen und Geister der Winterzeit, welche aus der germanischen Mythologie überliefert sind. Diese Zeit wird oft mit der „Wilden Jagd“ in Verbindung gebracht, einer Legende, die von einer Heerschar von Dämonen erzählt, die Unglück bringen. Daher wird in vielen Regionen Österreichs empfohlen, zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche aufzuhängen, um zu vermeiden, dass sich die Wilde Jagd darin verfängt.
Verfügbarkeit von Perchtenmasken und Brauchtumsartikeln
Für alle Interessierten, die sich intensiver mit diesen Traditionen befassen möchten, bietet ein Museumsladen eine Vielzahl von Artikeln an. Dazu gehören Sammelmasken, die ab 17,- € pro Stück erhältlich sind, sowie Holzmandl und Schlenzer. Eine Auswahl an Büchern, die sich mit dem Perchtenbrauchtum auseinandersetzen, startet bereits bei 9,99 € und reicht bis zu 20,00 €.
- Sammelmasken: 17,- € / Stk.
- Bücher über Perchten: ab 9,99 € / Stk.
- CDs / DVDs: ab 15,- € / Stk.
- Stofftaschen: 7,50 € / Stk.
Ein bemerkenswertes Detail ist die „Habergoaß“, ein ziegenähnlicher Dämon, der in Perchtenumzügen das Unheil symbolisiert und Kinder mit sich fortträgt. Mistelzweige, ein weiteres überliefertes Symbol des Glücks aus der germanischen Mythologie, werden in der Weihnachtszeit über den Türrahmen gehängt, und Paare küssen sich unter ihnen, um Glück in der Liebe zu haben.
Mit seinem neuen Bildband und den vielfältigen Informationen über die winterlichen Bräuche möchte Römmelt die Mächte des Winters vertreiben und den Frühling herbeirufen. Der Preis des Buches liegt bei 41,95 €. Wer mehr über die Traditionen und deren Bedeutung erfahren möchte, findet diese und weitere Informationen auch auf den Webseiten von Krone, Maskeum und Austria.