Die Einführung der einheitlichen Verpackungssammlung in Österreich wird überwiegend positiv bewertet. Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts IMAS, die im Auftrag der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) durchgeführt wurde, sehen zwei Drittel der Österreicher:innen die Umstellung des Sammelsystems als sehr gut oder gut an. Ab dem 1. Januar 2025 wurde in Österreich beschlossen, Kunststoff- und Metallverpackungen in der Gelben Tonne sowie im Gelben Sack gemeinsam zu sammeln. Dies wird von 66 % der Bevölkerung begrüßt, wie ots.at berichtet.
Aktuellen Schätzungen zufolge nutzen rund 2,2 Millionen Haushalte, was mehr als der Hälfte aller Haushalte in Österreich entspricht, den Gelben Sack zur Abfallentsorgung. Gemeinsam mit etwa 280.000 Gelben Tonnen sorgt dies für einen flächendeckenden Zugang zur Verpackungssammlung. Der Erfolg dieser Reform zeigt sich auch in den Zahlen: 2025 wurde ein Sammelplus von rund drei Prozent bei Kunststoff- und Metallverpackungen erzielt, die nicht dem Einwegpfand unterliegen. Gleichzeitig sank die Gesamtmenge im Gelben Sack und in der Gelben Tonne von 231.000 Tonnen im Jahr 2024 auf ca. 210.000 Tonnen im Jahr 2025.
Zufriedenheit und Trennbereitschaft
Die Befragung ergab, dass 91 % der Teilnehmer:innen die getrennte Verpackungssammlung positiv bewerten. Über 28 % geben an, sich vorstellen zu können, ihren Abfall noch präziser zu trennen. Besonders hohe Trennmotivation zeigen die Bevölkerung in der Steiermark, in Wien und Vorarlberg. Ein ermutigendes Ergebnis ist auch, dass 71 % der Befragten die getrennte Sammlung als unaufwendig empfinden. 63 % der Teilnehmer:innen vergeben die Bestnote „Sehr gut“ für die Sammlung von Kunststoff- und Metallverpackungen.
| Bundesland | Zufriedenheit (%) |
|---|---|
| Steiermark | 72 |
| Niederösterreich | über 50 |
Die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Gelben Tonne wurde von 172 auf 164 Meter verkürzt. Laut oekonews.at betont ARA-Vorstandssprecher Harald Hauke, dass das neue System Zeit benötige, um vollständig verinnerlicht zu werden. Er blickt optimistisch in die Zukunft und rechnet mit ständig steigenden Sammelmengen sowie einer hohen Zufriedenheit durch weitere Aufklärungsmaßnahmen.
Abfallwirtschaft in Österreich
Die Verbesserung der Verpackungssammlung ist Teil einer umfassenderen Strategie im Bereich der Abfallwirtschaft. Laut Angaben des Umweltbundesamts gibt es in Österreich ein dichtes Netz von Vorbehandlungs-, Verwertungs- und Beseitigungsanlagen für Abfälle. Im Jahr 2022 waren rund 3.400 Anlagen in Betrieb. Nach einem Anstieg des Abfallaufkommens im Jahr 2021, verbunden mit einer wirtschaftlichen Erholung, gilt es, auch die Mengen an gefährlichen Abfällen im Auge zu behalten. Diese müssen in speziellen genehmigten Anlagen behandelt werden, wobei 2022 rund 1,5 Millionen Tonnen gefährlicher Abfälle registriert wurden.