Die aktuelle Analyse von PwC Österreich hat ergeben, dass lediglich 8 % der umsatzstärksten Unternehmen im Land ihre CO₂-Emissionen in den letzten drei Jahren umfassend gesenkt haben. Von 161 untersuchten Unternehmen reduzierten nur 13 ihre Emissionen sowohl absolut als auch relativ zum Umsatz. Diese besorgniserregenden Zahlen verdeutlichen die langwierigen Herausforderungen auf dem Weg zu nachhaltiger Unternehmensführung. Laut der Analyse erreichen 30 % der Unternehmen eine teilweise Dekarbonisierung ihres Kerngeschäfts, während 61 % messbare CO₂-Reduktionsziele definiert haben. Die Untersuchung basiert auf öffentlich zugänglichen Nachhaltigkeitsberichten, die nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) bewertet wurden.

Rund die Hälfte der Unternehmen erfasst ihre Emissionen entlang aller drei Scope-Kategorien, dennoch haben zwei Drittel keinen Klimatransitionsplan. Die durchschnittliche ESG-Performance, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien umfasst, liegt bei lediglich 31 %, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Besonders positiv hervorzuheben sind die Finanzdienstleister mit einer ESG-Performance von 54 %, gefolgt von der Pharma- und Chemiebranche, die jeweils 44 % erreichen. Börsennotierte Unternehmen schneiden mit 51 % deutlich besser ab als nicht gelistete.

Geschlechtervielfalt und ESG-Anreizsysteme

Die Studie zeigt auch, dass Unternehmen mit ESG-Anreizsystemen in der Management-Vergütung eine hohe ESG-Performance von durchschnittlich 57 % erzielen. Unternehmen, die einen ESG-Ausschuss im Aufsichtsrat haben, erreichen sogar 65 %. Dies steht im kontrast zu den 73 % der Unternehmen, die keine Frau in der Geschäftsführung haben; mixed leadership teams schneiden in der Regel besser ab.

Die Ergebnisse kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, da im Dezember 2025 im Rahmen des EU-Omnibus-Prozesses die Schwellenwerte für die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung angehoben werden. In Österreich bleiben somit über 150 Unternehmen berichtspflichtig. Der Druck auf Unternehmen, belastbare ESG-Daten zu liefern, wächst sowohl durch Banken als auch durch Investoren und Kunden, was ESG-Performance zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor macht.

Strategien zur Verbesserung der Nachhaltigkeit

Viele Unternehmen haben Fortschritte in ihrer nachhaltigen Transformation gemacht, insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeitsberichte. Es ist jedoch wichtig, dass der Fokus sich weg vom reinen Reporting und hin zu konkreten Maßnahmen zur Veränderung verlagert. Haufe hebt hervor, dass oft gezielte Maßnahmen ausreichen können, um sichtbare Fortschritte zu erzielen. Unternehmen sollten dazu in der Lage sein, realistische, kontextbezogene und wirkungsvolle Schritte zu wählen und umzusetzen.

Zu den handlungsorientierten Maßnahmen gehören unter anderem die Senkung von Pendleremissionen durch Homeoffice-Modelle und Mobilitätsbudgets, energiesparende Technologien wie intelligentes Lastmanagement sowie der Kampf gegen Umweltverschmutzung durch die Modernisierung von Abwasseraufbereitungssystemen. Zudem wird die Diversität im Führungsteam gefördert, was nicht nur zur Verbesserung der ESG-Performance beiträgt, sondern auch die Innovationskraft innerhalb des Unternehmens steigert.

Mit einer klaren Priorisierung der Maßnahmen, interner Mitarbeiterbeteiligung und transparenter Kommunikation der Erfolge können Unternehmen den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft aktiv vorantreiben.