Am 16. Dezember 2025 verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution zur Vertiefung der Beziehungen mit Saudi-Arabien. Dieses politische Signal unterstreicht die immer wichtiger werdende wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen. Saudi-Arabien entwickelt sich für Österreich zu einem bedeutenden Absatzmarkt, was sich auch in den Exportzahlen zeigt: Im Jahr 2024 stiegen die österreichischen Exporte nach Saudi-Arabien um rund 49 Prozent auf knapp 800 Millionen Euro. Aktuell sind über 450 österreichische Firmen in Saudi-Arabien tätig, darunter zahlreiche Unternehmen in den Bereichen Maschinenbau, Pharmazie und Elektrotechnik.

Ein herausragendes Beispiel für die österreichische Präsenz in diesem Markt ist die Firma Lights of Vienna aus Guntramsdorf, die seit etwa 30 Jahren in Saudi-Arabien aktiv ist. Im Jahr 2025 schloss das Unternehmen ein bedeutendes Beleuchtungsprojekt für die Al-Haram Moschee in Mekka ab, das mit 90 Millionen Euro zu Buche schlug. Interessanterweise wurde die Moschee bereits in den 1970er-Jahren mit Kronleuchtern der Wiener Firma J. & L. Lobmeyr ausgestattet. Alexander Oborny, Managing Partner von Lights of Vienna, betonte, wie wichtig Licht in der Moschee sei. Dieses Projekt machte 70 Prozent des Gesamtgeschäfts der letzten zwei Jahre aus und beinhaltete die Verwendung von 200 Kilogramm 24-karätigem Gold für die Vergoldung der Kronleuchter.

Strategien und Herausforderungen

Die österreichischen Firmen, die in Saudi-Arabien tätig sind, stehen vor diversen Herausforderungen. Lange Projektlaufzeiten und die Notwendigkeit, qualitativ hochwertige Produkte zu verkaufen, sind nur einige der Hürden. Klaus Mark, Gründer von MK Illumination, stellte fest, dass Saudi-Arabien „nicht das goldene Ei“ sei, sondern ein Markt wie jeder andere. Dennoch plant sein Unternehmen, im Jahr 2026 eine eigene Niederlassung in Saudi-Arabien zu eröffnen, um lokal besser operieren zu können.

Um erfolgreich zu sein, betonen die Unternehmen die Wichtigkeit von lokalem Wissen und den Aufbau von Kontakten. MK Illumination kooperierte beispielsweise mit der ehemaligen Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, um diese Netzwerke zu knüpfen. Nous Digital, eine IT-Firma, zeigt ebenfalls den Wert der Anpassung an die lokale Bevölkerung, indem sie Aufträge von großen Tourismus- und Kulturprojekten in Saudi-Arabien erhält, wie etwa in der Oase al-‚Ula. Geschäftsführer Raphael Schneeberger hebt hervor, wie entscheidend es ist, das lokale Wissen einzubeziehen.

Handelsbeziehungen und Exportprodukte

Saudi-Arabien gilt als ein wichtiger Export- und Handelspartner Österreichs im Nahen Osten. Dazu gehört auch die ursprünglich angesprochene Exportpalette, die Maschinen, pharmazeutische Erzeugnisse, Kraftfahrzeuge, Eisen- und Stahlprodukte sowie optische Geräte umfasst. Gleichzeitig verzeichnet auch Österreich einen Anstieg der Importe aus Saudi-Arabien, insbesondere bei Rohöl, Aluminium und Kunststoffen, was die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit verstärkt.

Die österreichische Tourismuswirtschaft profitiert ebenfalls von dieser Beziehung und verzeichnet Rekordzahlen an saudischen Gästen, die zur größten Urlaubergruppe aus der Golfregion zählen. Unterstützt wird diese Expansionsbestrebung durch die Österreichische Botschaft und das Außenwirtschafts-Center Riyadh der Wirtschaftskammer Österreich, die beide aktiv an der Förderung österreichischer Unternehmen auf dem saudi-arabischen Markt mitwirken.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die wachsenden Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Saudi-Arabien, unterstrichen durch zahlreiche erfolgreiche Projekte und eine zunehmende Anzahl an österreichischen Unternehmen vor Ort, eine vielversprechende Zukunft erahnen lassen.

vienna.at
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