Im Jahr 2023 ist die Fertilitätsrate in Österreich auf 1,44 gesunken, was leicht über dem Wert von 2022 mit 1,31 Kinder pro Frau liegt. Diese Zahlen verdeutlichen einen anhaltenden Trend, der auch durch die demografische Entwicklung des Landes beeinflusst wird. Gegenüber dem OECD-Durchschnitt von 1,5 liegt Österreich nach wie vor leicht zurück. Laut Kleine Zeitung sind die Fertilitätsraten für Österreicherinnen mit 1,22 sowie für Mütter mit ausländischer Staatsbürgerschaft mit 1,58 zu betrachten.
Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes ist auf 30,4 Jahre gestiegen. Dies ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren, als 1973 das historisch niedrigste Alter bei 22,8 Jahren lag. Darüber hinaus ist der Anteil der Frauen, die nach ihrem 40. Lebensjahr ihr erstes Kind bekommen, auf 3,6% gestiegen, während dieser Anteil zu Beginn des Jahrtausends nur 0,8% betrug.
Familienstrukturen und gesellschaftliche Entwicklungen
Einen weiteren bemerkenswerten Aspekt bildet die Herkunft der Eltern in Österreich. Rund 64% der Mütter und 62% der Väter von 2024 geborenen Kindern stammen aus Österreich selbst. In Bundesländern wie Burgenland und Kärnten sind es sogar etwa 75%. Demgegenüber steht Wien, wo nur 42% der Mütter und 39% der Väter in Österreich geboren wurden. In Vorarlberg ist etwa ein Drittel der Eltern aus dem Ausland.
Die Familie nimmt in der sozialen Struktur des Landes einen hohen Stellenwert ein, wie sich an der Zahl der Eheschließungen und eingetragenen Partnerschaften ablesen lässt: Über 47.700 solche Registrierungen wurden verzeichnet. Das mittlere Alter für die erste Eheschließung liegt für Frauen bei 31,5 Jahren und für Männer bei 33,5 Jahren. Insgesamt leben in Österreich etwa 696.100 Paare mit Kindern unter 15 Jahren, wovon 55.100 in Stief- oder Patchwork-Familien leben.
Der Einfluss familienpolitischer Maßnahmen
Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) hat sich zur Geburtenentwicklung geäußert und betont, dass ein familienfreundliches Klima und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entscheidend für die Familiengründung sind. Der Ausbau der Kinderbetreuung wird als ein wichtiges Anliegen hervorgehoben. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Fertilitätsraten zu stabilisieren und die Rahmenbedingungen für junge Familien zu verbessern.
Das Geburtenbarometer, welches von BMK/Forschungsinfrastruktur ins Leben gerufen wurde, bietet aktuelle Daten, Analysen und Grafiken zu Fertilitätstrends in Österreich. Es beobachtet sowohl die Fertilität aus einer zeitlichen als auch aus einer kohortenbezogenen Perspektive und bereitet entsprechende Indikatoren auf.
Um die Datenbasis zu erweitern, bietet das Geburtenbarometer umfassende Informationen über Geburten unter Berücksichtigung unterschiedlichster Faktoren. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Faktoren wie Beschäftigung, finanzielle Unterstützung und Wohnkosten entscheidend sind für die Entscheidungsfindung zur Familiengründung.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Geburtenentwicklung in Österreich durch verschiedene gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Faktoren geprägt wird. Die aktuelle Fertilitätsrate ist ein wichtiges Indikator und bietet eine Grundlage für zukünftige familienpolitische Maßnahmen.Familie Plus hebt hervor, dass die Fertilitätsrate seit den 1960er Jahren tendenziell niedriger ist als der OECD-Durchschnitt, was auf verschiedene Herausforderungen in der Gesellschaft hinweist.