Der aktuelle Austrian Health Report zeigt eine besorgniserregende Entwicklung in der Wahrnehmung der gesundheitlichen Zukunft der Österreicher. Laut einer Umfrage, die im Auftrag von Sandoz durchgeführt wurde, blicken die meisten Befragten eher pessimistisch oder neutral auf das Jahr 2026. Nur 18 Prozent der Teilnehmer erwarten eine Verbesserung ihrer Gesundheit. 69 Prozent glauben, dass sich ihr Gesundheitszustand nicht verändern wird, während 9 Prozent eine Verschlechterung befürchten. In Wien zeigen sich diese pessimistischen Erwartungen noch deutlicher: Hier rechnen nur 15 Prozent mit einer Verbesserung und 73 Prozent sind überzeugt, dass sich an ihrem Gesundheitszustand nichts ändern wird. Diese Ergebnisse beruhen auf einer Erhebung, an der über 1000 Personen in Österreich teilnahmen, die vom Institut für empirische Sozialforschung IFES durchgeführt wurde (vienna.at).

Zusätzlich zu den Sorgen über die persönliche Gesundheit äußern 64 Prozent der Österreicher Versorgungsengpässe bei Medikamenten als realistische Bedrohung. Laut dem Report erwarten 52 Prozent der Befragten in den kommenden Jahren Probleme bei der Medikamentenversorgung. Um den Schwierigkeiten entgegenzuwirken, befürworten 70 Prozent eine gemeinsame europäische Strategie zur Sicherstellung der Medikamentenversorgung. 86 Prozent halten die Produktion von Medikamenten in Österreich für wichtig, während 50 Prozent der Bevölkerung täglich Medikamente einnehmen. Trotz dieser Bedenken bewerten 69 Prozent ihren Gesundheitsstatus als (sehr) gut und 75 Prozent vertrauen in den Fortschritt der medizinischen Wissenschaft und die Wirksamkeit von Arzneien (ots.at).

Engpässe bei Medikamenten

Die unzureichende Verfügbarkeit von Medikamenten ist ein drängendes Problem, das mehrere Lebensbereiche betrifft. Aktuell fehlen in Österreich und der EU 454 Medikamente, darunter essentielle Arzneimittel wie Antibiotika, Insulin sowie Schmerz- und Fieberpräparate. Diese Schwierigkeiten nehmen in den Wintermonaten zu, wenn Erkältungen und Grippe die Nachfrage steigern. Gesundheitsminister der EU haben bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungssicherheit angekündigt, doch die Ursachen für Lieferprobleme sind vielschichtig. Eine begrenzte Anzahl von Herstellern und eine Verlagerung der Produktion in Nicht-EU-Länder sind nur einige der Herausforderungen. Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer, äußert ihre Besorgnis über die aktuelle Situation und fordert einen Notfallplan für zukünftige Pandemien (kosmo.at).

Der Druck auf die Versorgungssysteme wird durch die bevorstehenden Wintermonate voraussichtlich weiter steigen. Ärzte warnen seit Jahren vor den fortlaufenden Versorgungsengpässen. Johannes Steinhart, Präsident der Ärztekammer, stellt klar, dass die Unsicherheit über die Verfügbarkeit von Medikamenten nicht hinnehmbar ist. Ein Gesamtkonzept zur Verbesserung der Situation und zur Steigerung der Attraktivität Österreichs als Produktionsstandort für Arzneimittel wird gefordert, um die heimische Produktion zu fördern und zukünftige Engpässe zu vermeiden.