Am 5. Dezember wird der Internationale Tag des Ehrenamts gefeiert, ein Anlass, um die wertvolle Arbeit von freiwillig Engagierten zu würdigen. In Niederösterreich sind rund 700.000 Menschen in über 20.000 Vereinen, Katastrophen- und Rettungsdiensten aktiv. Dies entspricht der Hälfte der Bevölkerung des Bundeslandes. Das Hilfswerk Niederösterreich hebt die Bedeutung des Ehrenamts hervor und dankt den 2.200 Freiwilligen, die sich in Bereichen wie dem Besuchsdienst, Essen auf Rädern und den HILFSWERKstätten engagieren. Die ehrenamtliche Arbeit hat nicht nur einen sozialen Wert, sie entspricht auch einem Gegenwert von etwa 6 Milliarden Euro durch etwa 270 Millionen geleistete Arbeitsstunden pro Jahr.
Unter den verschiedenen Initiativen im Hilfswerk nimmt die „Gemeinsame Lesezeit“ eine besondere Rolle ein. Diese Leseförderungsinitiative wurde vor drei Jahren als Pilotprojekt ins Leben gerufen und erfreut sich großer Beliebtheit. Aktuell sind 250 Lesepatinnen und -paten an 27 Standorten aktiv und bieten Kindern die Möglichkeit, gemeinsam zu lesen und Vorleselust zu entwickeln. Der Einsatz erfolgt in Schulen, Kindergärten, Hilfswerk-Kinderbetreuungseinrichtungen und Bibliotheken. Zudem findet in St. Pölten und Krems auch Lesezeit in Seniorenheimen statt.
Ehrenamtliche Leseförderung
Die „Gemeinsame Lesezeit“ trägt dazu bei, die Lesekompetenz von Kindern zu fördern, ohne Leistungsdruck aufzubauen. Eine ähnliche Initiative im deutschen Landkreis Bamberg zeigt, wie wichtig eine ganzheitliche Unterstützung von Kindern mit Leseproblemen ist. Der Verein „Mentor – Die Leselernhelfer“ engagiert sich mit 15.000 Mitgliedern in bundesweit 124 Gruppen. Hierbei folgt der Ansatz, dass ein Mentor ein Lesekind mindestens eine Stunde pro Woche für ein Jahr betreut. Diese Form der Leseförderung ist für die Familien kostenfrei und stellt sicher, dass alle Beteiligten – Eltern, Schule und Lehrkräfte – zusammenarbeiten.
Wichtig ist auch, dass neben dem klassischen Lesen auch digitale Formate gefördert werden, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Im Rahmen von Angeboten wie der „Wörterfabrik“-App können Kinder beim Lesen unterstützt werden, während der Landeshauptfrau von Niederösterreich, Michaela Hinterholzer, die positiven Erfahrungen des Ehrenamts für alle Beteiligten betont. Der Besuchsdienst im Hilfswerk feiert zudem sein 20-jähriges Bestehen und bietet über 500 Ehrenamtlichen die Möglichkeit, regelmäßig ältere Menschen in ihren eigenen vier Wänden zu besuchen.
Der Einfluss von Ehrenamtlichkeiten
Die ehrenamtliche Arbeit hat nicht nur einen positiven Einfluss auf die Gemeinschaft, sondern auch auf das individuelle Wohlbefinden der Freiwilligen. Sie bringt Freude und ermöglicht den Austausch zwischen verschiedenen Generationen. Die Bedeutung solcher Initiativen wie der „Gemeinsamen Lesezeit“ und des Besuchsdienstes wird von Hilfswerk-Präsident Lukas Brandweiner unterstrichen. Er wirbt um weitere Freiwillige, die diese wertvolle Arbeit unterstützen und gleichzeitig eine wertvolle Ergänzung zu professionellen Diensten darstellen können.
Das Hilfswerk Niederösterreich bietet zahlreiche Informationen zu Engagementmöglichkeiten und lädt alle Interessierten ein, sich aktiv einzubringen. In einer Zeit, in der soziale Isolation immer mehr Menschen betrifft, sind ehrenamtliche Tätigkeiten wichtiger denn je und tragen entscheidend zur Stärkung der Gemeinschaft bei.