Am 3. Dezember 2025 wurde im Gewerbegebiet von Kötschach-Mauthen eine innovative Trafostation eingeweiht, die aus Holz gefertigt ist. Die Kärnten Netz hat einen Hersteller aus Deutschland gefunden, der diese nachhaltige Lösung ermöglicht hat. Bei der Installation dieser 20-kV-Trafostation, die eine beeindruckende Größe von 2,50 x 3,80 m aufweist, wurde auf die Umweltauswirkungen des verwendeten Baustoffs geachtet. Der Transport der 14.000 kg schweren Station erfolgte über etwa 1.000 km vom Werk in Kamen bei Essen, wobei das Transport- und Kranunternehmen Grollitsch für das Entladen und Einheben verantwortlich war.
Die Installation selbst fand auf einem Schotterbett statt, das von Loik Bau vorbereitet wurde. Ein besonderes Merkmal der neuen Trafostation ist das begrünte Dach, das zur Förderung der Umweltfreundlichkeit beiträgt. KELAG Pressesprecher Josef Stocker organisierte eine Informationsaktion vor Ort, bei der Geschäftsführer Michael Marketz und Projektleiter Ferdinand Mayrobnig die Entscheidung für Holz als Baustoff erläuterten.
Nachhaltigkeit als zentraler Aspekt
Holz wird als nachhaltiger Baustoff angesehen, der über die gesamte Lebensdauer der Anlage geringere Auswirkungen auf die Umwelt hat als Beton. Während Holz ein Gewicht von nur 500 kg/m³ aufweist, bringt es Beton auf stolze 2.500 kg/m³. Laut der Holzbau Dawen GmbH bietet Holz nicht nur Vorteile in Bezug auf die Nachhaltigkeit, sondern auch in Bezug auf die Wärmedämmung und Ästhetik. Seine natürlichen Isoliereigenschaften verbessern die Wärmehaltung, was die Energieeffizienz erhöht und somit Betriebskosten senkt.
Das Pilotprojekt in Kötschach-Mauthen markiert die erste Trafostation aus Holz in Österreich, während weltweit bereits über 100 ähnliche Projekte realisiert wurden. Kärnten Netz plant, jährlich rund 90 Trafostationen zu bauen, wobei ein Drittel dieser Stationen aus Holz gefertigt werden könnte. Das Ziel ist die Entwicklung modularer, anpassbarer Stationen, die eine kosteneffiziente und klimafreundliche Lösung darstellen.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Die Bauwirtschaft steht jedoch vor der Herausforderung, klimaneutral zu werden. Holz und andere naturbasierte Materialien könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen. Studien zeigen, dass der Bau- und Gebäudesektor rund 40% des CO₂-Ausstoßes in Deutschland verursacht. Daher sind nachhaltige Lösungen dringend erforderlich, um den wachsenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zu decken.
Die technische Anwendbarkeit von Holz in der Energiebranche ist gut erprobt, doch bleibt der Einsatz naturbasierter Materialien häufig in Nischen. Fehlende gesetzliche Vorgaben für lebenszyklusbasierte CO₂-Bilanzen erschweren den breiteren Einsatz. Um den Holzbau zu fördern, sind Reformen der Bauordnungen sowie gezielte Förderprogramme für naturbasierte Baustoffe notwendig. Diese Forderungen unterstützen die „Charta für Holz 2.0“ und die Holzbauinitiative der Bundesregierung.
Insgesamt zeigt das Projekt der KELAG, dass Holz nicht nur ein vielversprechender Baustoff für Trafostationen ist, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten kann. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Erkenntnisse aus diesem Pilotprojekt künftige Bauprojekte inspirieren werden.
Weitere Informationen zur Thematik finden Sie auf den folgenden Seiten: Gailtal Journal, Holzbau Dawen und Holz FNR.