Die Gastronomieszene in Österreich sieht sich einer schweren Krise gegenüber. Nach aktuellen Angaben berichten viele Betriebe von steigenden Kosten und sinkenden Gästezahlen. Im Jahr 2025 sind bereits 162 Insolvenzen in der Gastronomie verzeichnet worden, und die Tendenz scheint sich weiter zu verstärken, wie 5min.at berichtet.
Ein besonders prominentes Beispiel ist die vegane Burgerkette Swing Kitchen, die Insolvenz angemeldet hat, nachdem es ihnen nicht gelang, ihren Sanierungsplan zu erfüllen. Strategische Fehlentscheidungen, etwa überstürzte Expansionen, haben zu dieser Situation beigetragen. Laut Cornelia Wesenauer von der Arbeiterkammer Wien kämpfen viele Betriebe weiterhin mit Herausforderungen, die durch ein verändertes Konsumverhalten und steigende Kosten bedingt sind.
Verändertes Konsumverhalten
Das Konsumverhalten der Gäste hat sich in den letzten Monaten drastisch gewandelt. Gäste sparen beim Restaurantbesuch, bestellen weniger und verlassen früher die Gaststätten. Thomas Peschta, Obmann der Wiener Gastronomie, bestätigt diese Beobachtungen und fordert politische Maßnahmen zur Entlastung bei Energie- und Netzkosten. Immer weniger GastronomInnen rechnen mit einem positiven Jahresabschluss, was den Druck auf die Branche erhöht.
Eine weitere Analyse der Situation hat die Unternehmensbefragung „Austrian Business Check“ gezeigt. Diese Studie ergab, dass die Gastronomie eine hohe Personalabhängigkeit aufweist und mehr als die Hälfte der Anbieter mit einem negativen Jahresabschluss rechnet. Oft müssen Betriebe wegen Personalmangel schließen, obwohl eine ausreichende Nachfrage besteht. Dies verschärft die Probleme in einem bereits stark angeschlagenen Sektor.
Selbst bei großen Insolvenzen bleibt die Prognose trübe
Im Jahr 2024 verzeichnete Österreich insgesamt 6.550 Insolvenzen, was das dritthöchste Insolvenzjahr darstellt. Eine Analyse von KSV1870 zeigt einen Alarmzustand: Es wird prognostiziert, dass im Jahr 2025 zwischen 6.500 und 7.000 Unternehmensinsolvenzen erwartet werden. Die Passiva erreichen einen Höchststand von 18,3 Milliarden Euro. Auch die Tatsache, dass nicht eröffnete Insolvenzen um 20 % gestiegen sind, verdeutlicht die prekären Verhältnisse. Karl-Heinz Götze, Leiter von KSV1870 Insolvenz, warnte vor möglichen Folgeinsolvenzen, die die wirtschaftliche Stabilität vieler Geschäftspartner gefährden könnten, so gast.at.
Die vorherrschenden Herausforderungen sind vielschichtig: Steigende Energiekosten, eine rückläufige Konsumnachfrage sowie geopolitische Entwicklungen beeinflussen die wirtschaftliche Situation der Gastronomiebetriebe erheblich. CEO Ricardo-José Vybiral von KSV1870 hat betont, dass es notwendig sei, Veränderungen herbeizuführen, um die österreichischen Unternehmen zu entlasten und langfristig zu stabilisieren.