Der österreichische Arbeitsmarkt zeigt sich im Wandel, wobei der Trend zur Teilzeitarbeit immer stärker ausgeprägt ist. Nur 31 Prozent der Unternehmen setzen vollständig auf Vollzeitbeschäftigung. Dies verdeutlicht eine signifikante Veränderung in der Gestaltung von Arbeitsplätzen und -zeiten. Laut Kosmo haben 30 Prozent der Betriebe Vollzeitkräfte als Mehrheit der Belegschaft, während 14 Prozent entweder ausschließlich oder überwiegend Teilzeitmitarbeiter beschäftigen.

In den letzten Jahren hat die Teilzeitarbeit besonders bei größeren Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Mobile Arbeiten tragen zur Flexibilisierung der Arbeitsmodelle bei, was den Bedürfnissen der Arbeitnehmer entgegenkommt. Aktuell bieten 12 Prozent der Unternehmen an, montags nicht zu arbeiten, während 20 Prozent einen freien Freitag ermöglichen. Besonders in der Gastronomie und Hotellerie ist ein arbeitsfreier Montag ein gängiger Ausgleich für Wochenenddienste.

Entwicklungen in der Teilzeitarbeit

Die Teilzeitquote in Österreich ist im dritten Quartal 2025 stabil geblieben. Über 1,3 Millionen Menschen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren arbeiten in Teilzeit, was einer Quote von 31,5 Prozent entspricht. Österreich liegt damit über dem EU-Durchschnitt und belegt den zweiten Platz hinter den Niederlanden in einem europäischen Vergleich, wie senat.at berichtet.

Allerdings zeigt sich ein erster Rückgang der Teilzeitbeschäftigung bei Frauen um 1,7 Prozentpunkte auf 49,1 Prozent. Die Teilzeitquote bei Männern stieg hingegen um 0,6 Prozentpunkte auf 14 Prozent. Dieser Rückgang bei den Frauen wird durch gesunkene Beschäftigungszahlen im Einzelhandel, den Anstieg neuer Vollzeitstellen im öffentlichen Dienst sowie die Anhebung des Pensionsalters erklärt. Vor zwei Jahrzehnten lag die Teilzeitquote bei Frauen noch bei 39,3 Prozent und bei Männern bei 6,2 Prozent.

Faktoren und gesellschaftliche Implikationen

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Implikationen dieser Trends sind beträchtlich. Ein erhöhter Anteil an Teilzeitbeschäftigung bringt unterschiedliche Herausforderungen, darunter Fragen zur existenziellen Sicherheit und zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gleichzeitig sind jedoch auch neue Möglichkeiten entstanden, die durch flexible Arbeitszeiten und Modelle wie das mobile Arbeiten gewinnen.

Ein bemerkenswerter Aspekt ist der Anstieg der berufstätigen Menschen in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen, die im dritten Quartal 62 Prozent erreichte, was einem Anstieg um 2,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies zeigt, dass der Arbeitsmarkt zunehmend auch ältere Arbeitnehmer integrieren muss. Die derzeit veröffentlichten Statistiken belegen, dass sich die arbeitsmarktpolitische Landschaft wiederholt im Umbruch befindet und es an den Akteuren liegt, diese Veränderungen aktiv zu gestalten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Workforce gerecht zu werden, wie auch statistik.at hervorgehoben hat.