Am 8. Dezember 2025 wurde die Lebensmittel-Spendenaktion „Erdäpfel-Weihnachtswunder 2025“ ins Leben gerufen. Der BioBauernhof Böhm aus Niederösterreich hat sich zum Ziel gesetzt, Waldviertler Bio-Kartoffeln an bedürftige Menschen in Wien und Niederösterreich zu verteilen. Diese Initiative erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Caritas, dem Hilfswerk und der Tafel Österreich. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unterstützt die Aktion und appelliert an die Bevölkerung, sich zu engagieren und die Menschen in Not zu unterstützen.
Für jeden gespendeten Euro wird ein Kilogramm Bio-Erdäpfel bereitgestellt, die zu 100 Prozent an soziale Einrichtungen übergeben werden. Mikl-Leitner betont die Bedeutung von Regionalität und Mitmenschlichkeit, besonders in der Weihnachtszeit. Sascha Böhm, der die Initiative vorgestellt hat, möchte durch diese Aktion ein Zeichen für soziale Verantwortung innerhalb der Landwirtschaft setzen. Bereits über die Plattform GoFundMe sind mehr als 11.000 Euro gesammelt worden, was mehr als elf Tonnen Bio-Erdäpfel bedeutet. Der BioBauernhof Böhm plant, die Aktion auch in Zukunft fortzuführen, unterstützt durch eine im Aufbau befindliche Website für ganzjährige Spendenmöglichkeiten.
Hilfsaktionen und Lebensmittelspenden
Die „Erdäpfel-Weihnachtswunder“-Aktion reiht sich in die zahlreichen Bemühungen ein, Lebensmittelspenden zur Unterstützung bedürftiger Menschen zu fördern. Laut der Tafel.de werden in Deutschland täglich große Mengen an einwandfreien Lebensmitteln, oft aufgrund kleiner Schönheitsfehler oder abgelaufener Mindesthaltbarkeitsdaten, vernichtet. Es ist daher von großer Bedeutung, dass Händler:innen, Hersteller und Privatpersonen ihre Lebensmittel spenden. Diese Spenden helfen, wertvolle Ressourcen zu schonen und die Lager- sowie Entsorgungskosten erheblich zu senken. Beliebte Sachspenden umfassen nicht nur Lebensmittel wie Obst und Gemüse, sondern auch Artikel des täglichen Bedarfs sowie Drogerieartikel und sogar Spielzeug.
Privatpersonen sind ebenfalls aufgerufen, kleinere Mengen an Tafeln zu spenden. Für größere Spenden können sie das Spendenlogistik-Team kontaktieren. Die Tafeln halten sich an strenge gesetzliche Vorschriften zur Lebensmittelhygiene, wobei die gespendeten Waren vor der Ausgabe sorgfältig geprüft werden. Dies ist insbesondere wichtig, um die Qualität der Lebensmittel sicherzustellen und das Risiko von Lebensmittelverschwendung zu minimieren.
Lebensmittelverschwendung in Europa
Die Thematik der Lebensmittelverschwendung ist nicht nur lokal, sondern auch europäisch von großer Relevanz. Verschiedene Akteure entlang der Lebensmittelkette tragen dazu bei, dass jährlich riesige Mengen an Lebensmitteln verloren gehen. Auf Verbraucherebene entstehen Abfälle durch spontane Käufe, unangemessene Verpackungsgrößen und fehlende Lagerungsmöglichkeiten. Zudem verwechseln viele Menschen die Haltbarkeitsangaben, was dazu führt, dass genießbare Lebensmittel unnötig entsorgt werden. Forschungsergebnisse der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2018 belegen, dass bis zu 10 Prozent der jährlichen Lebensmittelabfälle auf Missverständnisse bei der Datumskennzeichnung zurückzuführen sein könnten.
Die Hersteller selbst sind ebenfalls gefordert, da übermäßige Produktion, ineffiziente Lieferketten und falsche Lagerung zur Verschwendung beitragen. Der Handel hat ebenfalls einen Einfluss, indem beispielsweise Bestellungen storniert werden oder die Nachfrage nur nach besonders frischen Produkten besteht. In der Gastronomie werden standardisierte Portionen oft nicht korrekt eingeschätzt und führen zu unnötigen Lebensmittelabfällen. Angesichts dieser Herausforderungen ist es wichtiger denn je, Initiativen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung zu unterstützen und das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Lebensmittelspenden zu schärfen.
Durch Aktionen wie das „Erdäpfel-Weihnachtswunder“ können wir nicht nur das Bewusstsein für soziale Verantwortung schärfen, sondern auch aktiv zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung und zur Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen beitragen.