Am 30. Dezember 2025 berichten Supermärkte in Österreich von einem dringenden Engpass bei Hühnereiern. Die Regale sind leer, und die Verbraucher sind besorgt über den Mangel an frischen Eiern. Die Vogelgrippe hat sich im Jahr 2025 als ernsthafte Bedrohung für die Geflügelbauern in Österreich erwiesen, die mittlerweile in einem permanenten Zustand der Alarmbereitschaft sind. Die österreichische Erzeugergemeinschaft der Frischeier (EZG) äußert Bedenken, dass die Vogelgrippe nicht mehr saisonal ist, sondern eine kontinuierliche Herausforderung darstellt, die die Verfügbarkeit von Eiern einschränkt. 5min.at berichtet, dass in den sozialen Medien zahlreiche Diskussionen über die verwaisten Eierregale stattfinden, unterstützt durch Bilder auf Facebook und Fragen auf Reddit.
In diesem Kontext erhöht sich auch die Nachfrage nach heimischen Produkten, da Europaweit kaum billige Importeier verfügbar sind. Die EZG hat bereits vor einer zeitweiligen Knappheit bestimmter Eierklassen gewarnt, die insbesondere zur Weihnachtszeit noch gravierender ist, wenn der Bedarf an frischen Eiern ansteigt. In Klagenfurt sind bereits keine Freilandeier mehr erhältlich.
Auswirkungen der Vogelgrippe auf die Geflügelwirtschaft
Die Vogelgrippe breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Mehr als 30 kommerzielle Geflügelhalter mussten ihre Tiere töten, was dazu führte, dass etwa 500.000 Hühner, Enten und Gänse den Tod fanden. Tagesschau.de berichtet, dass die Präsidentin des Friedrich-Loeffler-Instituts, Professor Christa Kühn, besorgt ist, da ähnliche Zahlen bereits im Jahr 2021 festgestellt wurden. Im Jahr 2020/2021 verursachte die Vogelgrippe Schäden in Millionenhöhe für versicherte Betriebe.
Trotz der alarmierenden Zahlen ist Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, optimistisch und geht nicht von leeren Regalen aus. Der Verlust von nur 0,5 Prozent des Hennenbestands sei nicht ausreichend, um ernsthafte Versorgungsengpässe zu verursachen. Dennoch rät er zu strikten Hygiene- und Schutzkonzepten und zu einer bundesweiten Stallpflicht, um weiteren Ausbrüchen vorzubeugen.
Robert Schmack, Vorsitzender des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft, äußert jedoch, dass die Preise für Eier möglicherweise um bis zu 50 Prozent ansteigen könnten, insbesondere angestoßen durch das überfällige Preisanpassung ab dem 1. Januar 2026 und die besorgniserregende Lage durch die Vogelgrippe. BR.de berichtet, dass Eierpreise um 10 bis 15 Prozent steigen könnten und zwischen 2020 und 2024 um 43 Prozent zulegten.
Verbraucherverhalten und Preissituation
Für den Eierverbrauch in Deutschland gab es im Jahr 2024 die bemerkenswerte Zahl von 249 Eiern pro Person, Tendenz steigend. Die Beliebtheit von Eiern bleibt auch in Zeiten der Inflation konstant; sie sind stabil im Preis, selbst wenn die Nachfrage steigt. Vor Weihnachten führt die zusätzliche Nachfrage für Backen zu einem Anstieg des Eierverkaufs. Handelsverbände und Verbraucherzentralen berichten jedoch, dass es bislang keine nennenswerte Verknappung wegen der Vogelgrippe gibt.
Der Handelsverband Bayern gibt Entwarnung bezüglich der Preise und der Verfügbarkeit von Eiern und Geflügel, während das Bundeslandwirtschaftsministerium keine Engpässe in der Geflügelversorgung sieht. Im aktuellen Jahr wurden bundesweit etwa 167,3 Millionen Geflügeltiere gezählt, und nur 500.000 Tiere wurden aufgrund der Vogelgrippe getötet. Die Lage scheint also noch kontrollierbar zu sein, jedoch wächst die Sorge, dass ein weiterer Ausbruch in Osteuropa die Situation verschärfen könnte.