Die AVITA-Therme Bad Tatzmannsdorf bleibt vorerst geschlossen, nachdem positive Wasserproben auf Legionellen in den Becken festgestellt wurden. Dies wurde von der Bezirkshauptmannschaft Oberwart angeordnet, um die Gesundheit der Besucher zu schützen. Besonders besorgniserregend ist, dass eine Person, die sich im November in der Therme und dem dazugehörigen Hotel aufgehalten hat, erkrankt ist. Dies führt nicht nur zu einem gesundheitlichen Risiko, sondern auch zu einem erheblichen wirtschaftlichen und Imageschaden für das beliebte Resort, das in der Hauptsaison mit der Schließung konfrontiert ist. Exxpress berichtet, dass das Land Burgenland alle Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in der Therme aufgehalten haben, auffordert, ihren Gesundheitszustand aufmerksam zu beobachten.
Legionellen sind weltweit verbreitete Bakterien, die in geringeren Mengen in Oberflächengewässern und Grundwasser vorkommen. Sie vermehren sich vor allem in Warmwassersystemen und sind besonders gefährlich, wenn sie als feiner Sprühnebel eingeatmet werden, etwa beim Duschen. Während das Trinken von mit Legionellen belastetem Wasser kein Risiko darstellt, kann das Einatmen gefährliche Atemwegserkrankungen verursachen.
Vorsichtsmaßnahmen und Tests
Die Schließung der Therme erfolgt als Vorsichtsmaßnahme, während die Gesundheitsbehörden bereits Untersuchungen eingeleitet haben. Diese Tests sind entscheidend, um die Verbreitung der Bakterien zu beurteilen und die Therme sicher für die Gäste wieder zu öffnen, berichtet ORF Burgenland. Besucher werden angehalten, die Website der Therme für aktuelle Informationen zu konsultieren.
Die idealen Bedingungen für das Wachstum von Legionellen liegen bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Besonders gefährdet sind schlecht gewartete Whirlpools, Duschen und Verdunstungsrückkühlanlagen, wo sie sich über Aerosole verbreiten können. Ein Mangel an regelmäßiger Wartung kann das Risiko einer Legionellenverbreitung steigern.
Symptome und Gefahren
Eine Infektion mit Legionellen kann grippeartige Symptome bis hin zu schweren Lungenentzündungen hervorrufen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis zehn Tage und die Diagnose erfolgt durch entsprechende Tests, wie Harntests oder Sputumuntersuchungen. Besonders gefährdet sind Personen mit einer geschwächten Immunabwehr oder bestehenden Gesundheitsproblemen, etwa Diabetes oder Herz- und Lungenerkrankungen. ADAC hebt hervor, dass Legionellen meldepflichtig sind und dass öffentliche sowie gewerbliche Gebäude alle ein bis drei Jahre getestet werden müssen, um die Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Anwohner und ehemalige Besucher der Therme werden dazu aufgerufen, wachsam zu sein und im Falle von Symptomen ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Situation verdeutlicht die Bedeutung von präventiven Maßnahmen zur Kontrolle der Legionellen in Wassersystemen.