Die Zahl der Asyl-Anträge in Österreich hat sich im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel verringert. Diese Entwicklung markiert einen signifikanten Rückgang, der in den ersten elf Monaten des Jahres 2023 bereits 15.337 Anträge umfasste – 35 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Rahmen dieser neuen Trends ist insbesondere das Geschlechterverhältnis unter den Asylbewerbern von Bedeutung. Mittlerweile stammen über 42 % der Anträge von Frauen, was einen Anstieg von weniger als 25 % im Jahr 2023 darstellt, als das Verhältnis noch deutlich unausgeglichener war (Dolomitenstadt.
Die Sichtbarkeit von Frauen unter den Asylbewerbern hat historische Dimensionen erreicht. Während im Jahr 2022 nur 9 % der Anträge von Frauen eingereicht wurden, lag dieser Anteil vor 20 Jahren bei 29 %. Dies unterstreicht eine bemerkenswerte Wendung in der Asylpolitik und der Wahrnehmung geschlechtsspezifischer Bedürfnisse. Besonders akzentuiert wird diese Entwicklung durch die Erleichterungen, die afghanische Frauen bei ihren Asylverfahren erfahren haben, nachdem der Europäische Gerichtshof ein entsprechendes Urteil fällte. In diesem Jahr haben etwa 2.500 Afghaninnen Asyl in Österreich erhalten, eine Zahl, die die der afghanischen Männer übersteigt, die mit rund 1.900 Anträgen aufwarten konnten.
Rückgang bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen
Ein besorgniserregender Trend zeigt sich auch bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. 2024 wurden 925 solcher Anträge registriert, ein Rückgang von etwa 20 % im Vergleich zu den bereits reduzierten 680 Anträgen im Jahr 2023. Der niedrigste Stand dieser Anträge seit 2010 wird somit dokumentiert, als nur 687 Anträge verzeichnet wurden. Der Höchstwert dieser Gruppe wurde 2015 mit nahezu 8.300 Anträgen erreicht. Im Jahr 2022 stellten knapp 13.300 unbegleitete Minderjährige einen Antrag auf Asyl.
Die Demographie der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist geprägt von einem sehr starken Ungleichgewicht der Geschlechter: Über 91 % der Anträge in diesem Jahr stammten von männlichen Flüchtlingen. Darüber hinaus wurden 3.019 Anträge von begleiteten Minderjährigen eingereicht, und es gab mehr als 4.000 Anträge für nachgeborene Kinder in Österreich.
Asylsystem in Deutschland
Im Nachbarland Deutschland zeigt sich ein differenziertes Bild der Asylanträge. Hier wurden 2024 insgesamt 250.945 Anträge verzeichnet, während es 2023 noch 351.915 waren. Dies ist der höchste Stand seit mehreren Jahren. Der Anstieg der Asylanträge in Deutschland seit 2007/2008 hüllt einen langen Rückgang seit den 1990er Jahren ein. Die höchsten Antragszahlen wurden im Jahr 2016 mit 745.545 Anträgen registriert. Ein weiterer bemerkenswerter Punkt ist die Tatsache, dass die Mehrheit der anerkannten ukrainischen Flüchtlinge keinen Asylantrag stellt, sondern unbürokratisch einen vorübergehenden Aufenthaltstitel erhält, nachdem viele Millionen Menschen aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine geflüchtet sind (bpb.
Im Jahr 2025 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bis September 87.787 Erstanträge und 36.623 Folgeanträge auf Asyl eingereicht. Dies zeigt eine abnehmende Tendenz bei den Erstanträgen um 51 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, während die Zahl der Folgeanträge um 130,6 % anstieg. Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg haben in diesem Zeitraum die meisten Asylerstanträge entgegengenommen. Diese Bundesländer sind verpflichtet, die meisten Asylsuchenden nach dem Königsteiner Schlüssel aufzunehmen.
Für weiterführende Informationen über Asylanträge in Europa sind die Daten und Statistiken auf Eurostat ein nützlicher Anlaufpunkt.