Am 1. Jänner 2026 kam es im Stadtgebiet von Feldkirchen zu einem Vorfall, der sowohl auf das Verhalten von Jugendlichen als auch auf die Gefahren durch Pyrotechnik hinweist. Beamte der Polizeiinspektion Feldkirchen führten routinemäßige Kontrollen durch, als sie mehrere Jugendliche beobachteten, die gegen die Vorschriften bezüglich pyrotechnischer Gegenstände verstießen. Bei der Ansprache flüchteten die Jugendlichen, doch ein 16-jähriger konnte festgenommen werden. Der Jugendliche zeigte aggressives Verhalten, versuchte mehrmals, sich aus der Fixierung des Beamten zu befreien und versetzte dem Polizisten schließlich einen massiven Schlag gegen den Oberkörper. Zudem riss er die Bodywornkamera des Beamten aus der Halterung und schleuderte sie zu Boden, wodurch die Kamera beschädigt wurde. Aufgrund dieser Auseinandersetzung wurde der Beamte verletzt und konnte seinen Dienst nicht fortsetzen. Der 16-jährige Aggressor wird nun der Staatsanwaltschaft Klagenfurt angezeigt, wie Klick Kärnten berichtet.

Dieser Vorfall ist Teil eines größeren Trends, der eine steigende Jugendkriminalität in Österreich dokumentiert. Insbesondere die Zahl der Anzeigen gegen 10- bis 14-Jährige hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. So stieg die Zahl der Anzeigen von 6.311 im Jahr 2014 auf 9.730 im Jahr 2023. Diese Entwicklung hat zur Gründung einer interministeriellen Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität im Jahr 2024 geführt, die sich mit den Problemen von minderjährigen Intensivtätern beschäftigt. Diese Jugendlichen haben oft keinen geregelten Tagesablauf und geraten in konfliktbeladene Situationen, was unter anderem zu gewalttätigem Verhalten führt, das auch in Schulen spürbar ist. In Wien werden jährlich hunderte Schüler wegen solcher Verhaltensweisen suspendiert, wie aus BMI hervorgeht.

Pyrotechnik und die Gefahren für Jugendliche

Parallel zu den Vorfällen in Feldkirchen wurden am selben Wochenende in Linz drei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren von der Polizei kontrolliert, während sie auf der Rückreise aus Tschechien waren. Bei dieser Kontrolle fanden die Beamten zwei Sprengsätze der Gefährdungsklasse F4 und sicherten rund 950 Gramm pyrotechnisches Material. Dieses Material ist für Privatpersonen verboten, da es nur von ausgebildeten Pyrotechnikers benutzt werden darf. Die Jugendlichen müssen sich nun wegen Verstößen gegen das Pyrotechnikgesetz verantworten, welches strenge Vorschriften für den Erwerb und die Nutzung von Feuerwerkskörpern beinhaltet, wie Kosmo berichtet.

Die Erhöhung der Jugendkriminalität wirft dabei nicht nur Fragen nach der Sicherheit und dem Schutz der Bürger auf, sondern zeigt auch, dass viele Jugendliche in riskante und potenziell gefährliche Aktivitäten verwickelt sind. Die staatlichen Stellen reagieren mit Initiativen zur Verbesserung der Situation, unter anderem durch die Einführung neuer Programme wie „Under18“, die 2025 einen Schwerpunkt für Jugendliche ab 12 Jahren bilden werden. Um den Herausforderungen zu begegnen, wird die Polizei durch Projektinitiativen wie die „Einsatzgruppen Jugendkriminalität“ und Jugendkontaktbeamte noch stärker eingebunden.