Das Permian Basin im Süden der USA erstreckt sich über eine Fläche von etwa 220.000 km² und ist für nahezu die Hälfte der Erdölproduktion in den Vereinigten Staaten verantwortlich. Diese geologische Sedimentformation hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen, insbesondere durch die zunehmende Nutzung der umstrittenen Fracking-Technik. Bei diesem Verfahren werden unterirdische Sprengungen ausgelöst, um Wasser in aufgebrochenes Gestein zu pressen, wodurch Erdöl und Erdgas freigesetzt werden. Für die Gewinnung eines Liters Erdöls sind jedoch 5 bis 6 Liter Wasser nötig, das in der Folge stark verunreinigt ist. Früher wurde dieses Abwasser in die Erde verpresst, was zu einer Reihe von Umweltproblemen führte, darunter Erdbeben und der unkontrollierte Austritt von Erdöl an der Erdoberfläche.
Diese Probleme wurden in einem Bericht von Oil Change International, Earthworks und dem Center for International Environmental Law analysiert, der die Auswirkungen des Fracking-Booms im Permian Basin betrachtet. Ein zentrales Anliegen ist die Verknüpfung des Permian Basin mit Umweltungerechtigkeit und der petrochemischen Expansion an der Golfküste. Die Öl- und Gasproduktion in der Region bedroht nicht nur die Klimaziele der Biden-Administration, sondern hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Anwohner.
Umweltprobleme durch Abwasserentsorgung
Die Abwasserentsorgung ist ein kritisches Problem in der Fracking-Industrie. Anträge, verunreinigte Abwässer in Flüsse zu leiten, werden aufgrund unzureichender Entgiftung abgelehnt. Diese Abwässer sind nicht nur toxisch, sondern die Industriestrukturen im Permian Basin haben auch zu einer der schmutzigsten Öl- und Gasoperationen weltweit geführt. Die gebrochenen Umweltstandards und der Druck auf lokale Gemeinschaften haben zu einer Zunahme der toxischen Belastung in Bereichen mit bestehenden chemischen Anlagen geführt.
Zusätzlich fördert der Fracking-Boom die Explosion der Kunststoffverarbeitung und -herstellung an der Golfküste. Gemeinden in der Nähe dieser Anlagen erleben nicht nur gesundheitliche Probleme, sondern auch wirtschaftliche Belastungen im Tourismus und der Landwirtschaft. Die problematische Abwasserentsorgung wird somit zu einem wesentlichen Faktor, der nicht nur die Umwelt beeinträchtigt, sondern auch die Lebensqualität der Anwohner bedroht.
Wachsende Exporte und wirtschaftliche Strategien
Ein aktueller Report bekräftigt die strategische Bedeutung des Permian Basin, da Geschäftsführer von LNG-Unternehmen verkündet haben, dass die gesamte zukünftige Produktion von Kohlenwasserstoffen in der Region für den Export bestimmt sein soll. Im Jahr 2020 entstammten über 28% der US-Rohölproduktion dem Permian Basin, ein Anstieg, der vor allem durch die Aufhebung der Rohöl-Exportbeschränkungen im Jahr 2015 ermöglicht wurde. Diese Entwicklung hat zu einem beispiellosen Ausbau von Pipelines und Verarbeitungsanlagen in der US-Golfküste geführt.
Durch die steigende Gasproduktion, die oftmals die US-Nachfrage übersteigt, sind zahlreiche LNG-Verarbeitungs- und Exportanlagen in Planung. Propan und Ethan sind zu wichtigen Exportgütern geworden, wobei verschiedene Kohlenwasserstoffe unterschiedliche Pipelinetransporte erfordern. Trotz der hohen Kosten und der ökologischen Herausforderungen wird der Fracking-Sektor infolge dieser Exportstrategien weiter angeheizt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Permian Basin und die damit verbundenen Fracking-Aktivitäten sowohl tiefgreifende Umwelt- als auch soziale Herausforderungen aufwerfen. Die unermüdliche Expansion der Industrie gefährdet nicht nur regionale Ökosysteme, sondern auch die Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung.
Ein neuer Bericht zeigt zudem, dass die Ölproduktion in den letzten zehn Jahren um mehr als das Fünffache gestiegen ist und aggressive Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre trotz der Klimakrise erwartet werden. Die kommenden Teile des Berichts werden weitere Einblicke in diese dringlichen Themen bieten.
Für weiterführende Informationen über diesen komplexen Sachverhalt verweisen wir auf Oekonews, Permian Climate Bomb und Center for International Environmental Law.