Die Tiroler Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP) hat am 30. Dezember 2025 ein Verbot für den Verkauf von Feuerwerkskörpern gefordert. Diese Forderung kommt vor dem Hintergrund vermehrter Schäden und Unfälle, die während der Silvesterfeierlichkeiten durch das Zünden von Feuerwerkskörpern verursacht werden. Mair bezeichnet die aktuelle Gesetzeslage als „unzureichend“ und drängt die Bundesregierung, ein solches Verkaufsverbot umzusetzen, insbesondere für Feuerwerkskörper der Kategorie F2, wie Raketen, Böller, Batterien und Fontänen. Ihrer Meinung nach sollten diese Artikel nur in die Hände von Fachleuten gehören und nicht in jeden Haushalt, da sie bereits vor Silvester für Unfälle und Unruhe sorgen können.
In der Silvesternacht kommt es regelmäßig zu erheblichen Sach- und Personenschäden durch Feuerwerk. Laut Tagesschau starben in der Vergangenheit mindestens fünf Menschen aufgrund von Feuerwerksunfällen, und es gibt zahlreiche Berichte über Brände, die durch unsachgemäßen Gebrauch entfachten. Die Gefahren von F2-Feuerwerk sind allgemein bekannt, und es gibt Bestrebungen, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verschärfen.
Politische Reaktionen und Forderungen
Die oppositionellen Grünen haben Mairs Forderung kritisiert und erwartet, dass sie selbst aktiv wird. Die Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan betont, dass politische Verantwortung Handeln erfordere und nicht nur Ankündigungen. Sie fordert klare, tirolweit einheitliche Regelungen und eine konsequente Umsetzung bestehender Gesetze. Arslan fordert von der ÖVP, verbindliche und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten und nicht nur „halbherzige Vorstöße“ zu unternehmen.
Ein Böllerverbot könnte möglicherweise durch Änderungen im Verkauf oder Abbrennen von F2-Feuerwerk realisiert werden. Diese Änderungen müssten in der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz erfolgen, was das Bundesinnenministerium eigenständig in die Hand nehmen könnte. Bisher wird jedoch ein allgemeines Böllerverbot vom Ministerium als „nicht verhältnismäßig“ eingeschätzt.
Gesundheitliche Auswirkungen und Umweltbelastung
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Silvesterfeuerwerk sind alarmierend. Laut MDR gibt es während der Silvesterfeierlichkeiten oft eine signifikante Gesundheitsbelastung aufgrund erhöhter Feinstaubkonzentrationen, die mit höheren Sterberaten in Verbindung gebracht werden. Kurzfristige Belastungen können zudem zu erhöhten Krankenhausaufnahmen aufgrund von Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen.
Die Auswirkungen sind nicht nur für die Gesundheit besorgniserregend. Im Jahr gibt es schätzungsweise 500 Augenverletzungen, die auf Feuerwerkskörper zurückzuführen sind. In den vergangenen Jahren, insbesondere während der Corona-Pandemie, sank die Zahl der Verletzungen deutlich, was möglicherweise als Indikator für die positiven Effekte eines Verkaufsverbots gewertet werden könnte. Jährlich erleiden auch etwa 8.000 Menschen Innenohrschädigungen durch Feuerwerk, was erhebliche Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen verursacht.
Eine Abwägung zwischen den Interessen der Feuerwerksfans und den Belangen des Gesundheits- und Umweltschutzes steht folglich im Raum. Dies geschieht im Kontext von Diskussionen über mögliche gesetzliche Veränderungen, die einem vollständigen Böllerverbot den Weg ebnen könnten.