Am 31. Dezember 2025 hat Wladimir Putin in seiner traditionellen Neujahrsbotschaft eine siegessichere Haltung zu dem laufenden Konflikt gegen die Ukraine eingenommen. Die Ansprache wurde zuerst im russischen Fernsehen auf der Halbinsel Kamtschatka ausgestrahlt, wo das neue Jahr 2026 bereits um 13:00 Uhr MEZ begann. In der Botschaft richtete Putin seine Grüße an die russischen Soldaten und Kommandanten, die er als „Helden“ bezeichnete. Dabei betonte er, dass sie für „ihr Heimatland, die Wahrheit und Gerechtigkeit“ kämpfen, während die Ukraine den russischen Streitkräften Kriegsverbrechen vorwirft.
Putin versicherte, dass Millionen Menschen in Russland in der Silvesternacht an die Soldaten denken und mit ihnen fühlen. Dies verstärkt die patriotische Rhetorik, während die russische Armee an der Front weiterhin angreift. Er erklärte zudem, dass Russland die gesetzten Ziele erreichen werde. Auffällig in seiner Ansprache ist, dass der Präsident kein Wort über Friedensgespräche oder Verhandlungen mit den USA verlor.
Putins Neujahrsansprache im Kontext
In den letzten Jahren hat sich Putins Neujahrsansprache zu einem festen Bestandteil des Feiertagsprogramms für viele russische Familien entwickelt. Jedes Jahr wird sie in allen elf Zeitzonen Russlands zur Mitternachtsstunde ausgestrahlt. Traditionell bieten diese Ansprachen Einblicke in die politischen Botschaften der Regierung. Diesmal fiel die Ansprache auf den 26. Jahrestag von Putins Machtübernahme am 31. December 1999, was der Bedeutung des Moments Nachdruck verleiht.
Daria Krushcheva, Slawistin und gebürtige Russin, hebt hervor, dass der Termin möglicherweise wichtiger ist als Putins Jahrespressekonferenz. Frühere Ansprachen umschifften häufig direkte Erwähnungen des Ukraine-Kriegs, was auch in der Ansprache zum Jahresende 2023 der Fall war, als Putin die Begriffe „Ukraine“, „Krieg“ oder „Spezialoperation“ vermied. Anstatt auf Verhandlungen einzugehen, beschwor er den Glauben an den Sieg.
In der ukrainischen Neujahrsbotschaft äußerte Präsident Selenskyj hingegen einen Glauben an Frieden. Er bedankte sich bei den Verteidigern der Ukraine für ihren Mut und ihre Standhaftigkeit und appellierte an die gemeinsame Weiterarbeit im kommenden Jahr. Selenskyj erinnerte an die Herausforderungen des auslaufenden Jahres, das von der Treue und dem täglichen Einsatz der Ukrainer geprägt war. Im Kontrast zu Putins Botschaft ruft Selenskyj dazu auf, den Fokus auf Hoffnung und gemeinsame Werte zu legen.
Ob die russischen Bürger Putins Worte ernst nehmen, bleibt ungewiss. Veraltete Umfragemethoden und Angst vor Repressionen erschweren es, die Stimmung innerhalb der Bevölkerung präzise zu erfassen. Für viele Russen ist die Neujahrsansprache dennoch ein fester Bestandteil des Feierns, auch wenn Unsicherheiten über die Kriegsführung und künftige Friedensperspektiven bestehen.
Die Sprache und Symbolik der Ansprache spiegeln weitreichende politische Aussagen wider und geben Auskunft darüber, wie das russische Regime die eigene Militärpräsenz im Kontext des anhaltenden Krieges legitimieren möchte. Die Unsicherheiten im Ukraine-Konflikt dauern also weiter an, während die Kämpfe auf beiden Seiten bereits zehntausende von Opfern gefordert haben.
Für weitere Informationen zu Putins Neujahrsbotschaft und den aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt lesen Sie die Artikel von oe24, ZDF und Merkur.