Am 31.12.2025 hat Russland ein Video veröffentlicht, das einen angeblichen Drohnenangriff auf die Residenz von Präsident Wladimir Putin dokumentieren soll. In den Aufnahmen sind Trümmerteile einer Drohne zu sehen, die in einem Waldgebiet gefunden wurden. Laut russischer Aussage sei dieser Angriff „gezielt, sorgfältig geplant und in Etappen ausgeführt“ worden. Außenminister Sergej Lawrow beschuldigte die Ukraine, die Residenz im Nordwesten Russlands angegriffen zu haben, während das ukrainische Außenministerium die Vorwürfe als „Lüge“ zurückwies. vol.at berichtet, dass ein nicht detonierter Sprengsatz von sechs Kilogramm an der Drohne „Tschaklun-B“ gefunden wurde.
In dem russischen Video äußert ein Mann, es sei selten, einen nicht detonierten Kampfsatz zu finden. Alexander Romanenkow, Chef der russischen Luftabwehrraketentruppen, erklärte, die Drohnen seien aus den Regionen Tschernihiw und Sumy abgefeuert worden und das Ziel des angeblichen „Terroranschlags“ sei Putins Residenz im Gebiet Nowgorod gewesen. Russland gab zudem an, 89 ukrainische Drohnen abgefangen zu haben, darunter 18 im Gebiet Nowgorod. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, es sei nicht notwendig, Beweise für den Angriff vorzulegen, was von Bewohnern der Region als merkwürdig angesehen wird, da sie kein Flugabwehrfeuer vernommen haben. Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) hat die russischen Behauptungen als nicht glaubwürdig eingestuft, da klare Beweise für den Angriff fehlen und die Umstände nicht dem üblichen Muster entsprechen.
Expertenschätzungen und Reaktionen
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die russischen Vorwürfe ebenfalls als gezieltes Ablenkungsmanöver bezeichnet. Sie stellt fest, dass Moskau echte Fortschritte der Ukraine und ihrer westlichen Partner auf dem Weg zum Frieden vereiteln wolle. Im Gespräch äußerte Kallas, unbegründete Behauptungen des Aggressors nicht zu akzeptieren und wies darauf hin, dass Russland seit Beginn des Krieges wahllos die Infrastruktur und Zivilbevölkerung der Ukraine angreife. Deutschlandfunk berichtet, dass das ukrainische Außenministerium die Veröffentlichung der Aufnahmen als „lachhaft“ bezeichnet hat.
Die anhaltenden Drohnenangriffe auf die Ukraine durch Russland nehmen erschreckende Ausmaße an. Laut einem Interview mit Militärexperte Nico Lange ist Russland zunehmend in der Lage, Über 400 Drohnen pro Nacht einzusetzen, was einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu den früheren 80 Drohnen darstellt. Diese Drohnen, die als Geran-2 bekannt sind, stammen ursprünglich aus dem Iran, doch zunehmend kommen auch chinesische Komponenten zum Einsatz. ZDF berichtet, dass Russland damit Tausende von Drohnen pro Monat produzieren kann und diese regelmäßig gegen die Zivilbevölkerung einsetzt.
Zudem warnt Lange vor einer möglichen Vertreibungskampagne gegen die Zivilbevölkerung, falls die Ukraine nicht unverzüglich Unterstützung erhält. Die ukrainischen Waffenproduktionen sollen von 40 auf 50 Prozent gesteigert werden, um dem militärischen Druck standhalten zu können. Der Bedarf an einem gestaffelten Verteidigungssystem, das neue Technologien wie elektromagnetische Kampfführung und datenbasierte Sensorik umfasst, ist dringender denn je.