Emmanuel Macron, der Präsident Frankreichs, steht vor einer historischen Krise der öffentlichen Zustimmung. Laut einer aktuellen Umfrage, die vom Sender LCI in Auftrag gegeben wurde, haben nur 25 Prozent der Franzosen eine positive Meinung von ihm, was den niedrigsten Wert seit seiner Wahl im Jahr 2017 darstellt. Dies berichtet vienna.at. Weitere Analysen belegen, dass die Zustimmung zu Macron in den letzten Monaten dramatisch gesunken ist, mit einer Zustimmungsquote von gerade einmal 11 Prozent, die vom Meinungsforschungsinstitut Verian für die Zeitung Le Figaro ermittelt wurde. Diese Zahl stellt einen historischen Tiefpunkt dar, der zuvor nur von François Hollande im November 2016 erreicht wurde.

Die Umfrage von LCI umreißt auch, dass die Beliebtheit von anderen französischen Politikern ebenfalls gelitten hat. So genießt Jordan Bardella, Chef der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National, die höchste Zustimmung mit 42 Prozent, gefolgt von Marine Le Pen mit 39 Prozent und Bruno Retailleau mit 30 Prozent. Im Vergleich dazu verzeichnen fast alle politischen Akteure im Land einen Rückgang ihrer Beliebtheit im Jahr 2025.

Gründe für den Rückgang der Zustimmungswerte

Politikwissenschaftler Bruno Cautrès führt den dramatischen Rückgang von Macrons Zustimmungswerten auf innenpolitische Turbulenzen und Unruhen zurück. Viele Bürger machen den Präsidenten verantwortlich für das Chaos, das nach der Auflösung der Nationalversammlung und der Ansetzung von Neuwahlen nach der Europawahl im Juni 2024 entstand. Diese Ereignisse haben tiefgreifende Unruhen in der politischen Landschaft Frankreichs ausgelöst, was die öffentliche Wahrnehmung von Macron stark beeinträchtigt hat. Die Zeit berichtet, dass die Nationalversammlung seit den verfrühten Neuwahlen in Sommer 2022 in drei verfeindete Blöcke gespalten ist, die keine Mehrheiten bilden können.

Internationale Wahrnehmung ist ebenfalls ein Problem für Macron. Er wird nicht mehr als „unangefochtene Führungsstärke“ wahrgenommen, da die Bühne von anderen Führern wie dem US-Präsidenten Donald Trump dominiert wird. Diese veränderte Wahrnehmung könnte dazu führen, dass Macron als erster französischer Präsident mit einstelligen Zustimmungswerten in die Geschichte eingeht. Dies würde einen „vollständigen“ Bruch mit der Öffentlichkeit darstellen, wie politikwissenschaftliche Experten anmerken.

Öffentliche Apathie und Zukunftsausblick

Zusätzlich scheinen die Franzosen zunehmend wenig Interesse an Macrons bevorstehenden öffentlichen Auftritten zu haben. Nur 37 Prozent der Befragten gaben an, die TV-Ansprache des Präsidenten zum Jahreswechsel am 31. Dezember 2025 verfolgen zu wollen, ein Rückgang von 40 Prozent im Vorjahr und 43 Prozent vor zwei Jahren. Diese Apathie spiegelt sich in den verunsicherten politischen Verhältnissen wider und stellt eine Herausforderung für die zukünftige Regierungsführung dar.

Die aktuelle Situation verdeutlicht die enormen Herausforderungen, vor denen Macron steht, während er versucht, sein Ansehen und das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen. Mit den höchsten Schulden in der Europäischen Union von rund 3,3 Billionen Euro hat Frankreich zudem mit einer finanziellen Belastung zu kämpfen, die die politische Stabilität zusätzlich gefährdet. Mehrere Ratingagenturen haben bereits die Kreditwürdigkeit des Landes herabgesetzt, was das Bild von Macrons Führung weiter belastet. Kurier führt die Einflüsse dieser beschränkten politischen und wirtschaftlichen Dynamik an und zeigt, dass Macron in den kommenden Monaten dringend Lösungen finden muss, um einen weiteren Rückgang seiner Popularität zu verhindern.