Am Sonntag, dem 10. November 2025, verlor der FSV Mainz 05 im Rhein-Hessen-Derby gegen Eintracht Frankfurt mit 0:1. Mainz reiste ohne Punkte aus Frankfurt ab, doch die sportlichen Geschehnisse wurden von schweren Vorfällen im Umfeld des Spiels überschattet. Am Hauptbahnhof in Mainz kam es im Vorfeld der Partie zu einem Überfall auf einen Polizeibeamten, der die anreisenden Fans begleitete. Der Beamte wurde bei dem Übergriff verletzt, konnte jedoch in der Folge von der Polizei behandelt werden. Die Täter konnten schnell gefasst werden, was von Mainz 05 scharf verurteilt und als bestürzend bezeichnet wurde. Dies berichtete Laola1.

Das Spiel selbst fand im Deutsche Bank Park statt, wo Mario Götze das einzige Tor des Nachmittags für die Gastgeber erzielte. Nach dem Abpfiff, etwa 25 Minuten später, kam es zu Provokationen zwischen den Fangruppen. Eine Gruppe von etwa 80 Eintracht-Fans versuchte, in den Mainzer Auswärtsblock vorzudringen. In der Folge musste die Polizei eingreifen und Schlagstöcke einsetzen, um die Parteien zu trennen. Auch außerhalb des Stadions kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen, bei denen ein Heimfan durch den Biss eines Diensthundes verletzt wurde. Die Polizei entschied sich, nach den erforderlichen Maßnahmen alle Betroffenen zu entlassen. Allerdings verlief der Abend abgesehen von diesen Vorfällen reibungslos, wie Journal Frankfurt berichtete.

Die Situation im deutschen Fußball

Die Vorfälle rund um das Rhein-Hessen-Derby sind Teil eines größeren Problems, das die deutsche Fußball-Szene betrifft. Statistiken zeigen, dass die Gewalt in Fußballstadien insgesamt abnimmt. Jedoch gibt es zunehmende „Drittort-Auseinandersetzungen“, die Insidern Sorge bereiten. Diese Auseinandersetzungen, fernab der Stadien und häufig über Kanäle wie Telegram organisiert, nehmen einen besorgniserregenden Verlauf. Ein Beispiel hierfür ist die Kollision zwischen Fans von Borussia Dortmund und Schalke 04 am Kölner Hauptbahnhof, die von der Polizei verhindert wurde. Der Polizeipräsident von Dortmund äußerte sich kürzlich über die zunehmenden gewalttätigen Auseinandersetzungen unter Fans.

Im Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze für die Saison 2024/25 wird vermerkt, dass die Zahl der Verletzten in Stadien auf 1.107 gefallen ist, was einen Rückgang von 17 Prozent bedeutet, trotz eines Anstiegs von 4 Prozent bei den Zuschauerzahlen. Ähnlich betont der Dachverband der Fanhilfen, dass Stadien im Allgemeinen sichere Orte sind. Trotz dieser positiven Entwicklungen betrachtet Philipp Beitzel von der Koordinierungsstelle der Fanprojekte die zunehmende „Professionalisierung der Gewalt“ und die heimlichen Vereinbarungen für Auseinandersetzungen als bedenklich. Auch ZDF hebt hervor, dass jüngste gewalttätige Auseinandersetzungen, wie zwischen Essener und Rostocker Fans, ohne Beteiligung Unbeteiligter hohe Sachschäden verursachten.