Aktuelle Entwicklungen rund um die beliebte Schokolademarke Milka zeigen, dass der Hersteller Mondelez mit einem signifikanten Rückgang der Verkaufszahlen kämpft. In Europa sinkt der Absatz vor allem wegen gestiegener Preise und verkleinerten Verpackungen. Diese Faktoren haben zu einem Vertrauensverlust der Konsumenten geführt, was durch die Auszeichnung von Milka als „dreisteste Werbelüge des Jahres“ durch Foodwatch im Sommer 2025 unterstrichen wird. Trotz eines Anstiegs des Umsatzes von etwa 11% in Europa, sinkt der Absatz parallel um 7,5%. Dies verdeutlicht die Schwierigkeiten, mit denen die Marke konfrontiert ist: Europas Absatzrückgang ist der stärkste im Vergleich zu anderen Weltmärkten, wie vol.at berichtet.
Kunden zeigen zunehmend Unmut über die Preisgestaltung und wenden sich Konkurrenzmarken wie Haribo und Katjes zu. Die Preiserhöhungen von Mondelez vertragen sich nicht gut mit dem aktuellen Wirtschaftsklima, in dem Verbraucherempfinden zunehmend zurückhaltend ist. Eine Preiserhöhung von 20% ist bereits in Planung, um die gestiegenen Kosten für Verpackungen und Personal zu decken, obwohl die Rohstoffe wie Zucker und Milch derzeit relativ günstig sind. Dies könnte die Verbraucherweiteren dazu bringen, weniger Milka zu kaufen, was die Verkaufszahlen weiter negativ beeinflussen könnte, so rtl.de.
Reaktion des Handels
Aufgrund des Absatzrückgangs und des verfehlten Kundenvertrauens haben große Einzelhändler wie Edeka und Rewe bereits mit umfangreichen Rabattaktionen reagiert. Beispielsweise bietet Penny Milka-Schokolade für nur 79 Cent an, während Kaufland die Preise um mehr als die Hälfte senkt. Auch Rewe bringt Gutschriften durch seine App in die Diskussion, um die Verkaufszahlen wieder zu steigern. Diese Rabattschlachten sind eine direkte Reaktion auf die negative Entwicklung der Marke, wie rtl.de feststellt.
Die Herausforderung für Mondelez ist dagegen, dass trotz der Überangebot an Preisen, die Kakaopreise derzeit hoch bleiben, wodurch die Verhandlungen mit Einzelhändlern zusätzlich erschwert werden könnten. Experten warnen, dass falls die Verhandlungen über Preisanpassungen nicht zustande kommen, möglicherweise sogar Lieferstopps drohen könnten.
Inflation und Preistrends
Im weiteren Kontext muss auch die allgemeine Inflation in Deutschland berücksichtigt werden, die im September 2025 bei 2,4% lag. Dies stellt die höchste Inflationsrate seit Dezember 2024 dar. Die Nahrungsmittelpreise sind zwar um 2,1% gestiegen, was jedoch bei weitem nicht der Gesamtinflation entspricht. Die damit verbundenen Preiserhöhungen bei Zucker, Marmelade und Süßwaren, die um 6,5% zugenommen haben, führen jedoch dazu, dass immer mehr Verbraucher nach günstigeren Alternativen suchen müssen. Schokolade, speziell, hat sich um beeindruckende 21,2% verteuert, während Lebensmittelpreise seit Mitte 2021 um insgesamt 30% gestiegen sind, so tagesschau.de.
Insgesamt zeigt sich, dass die aktuelle Marktsituation für Milka geprägt ist von einem schwierigen Wettbewerbsumfeld, sinkenden Absatzahlen und anhaltenden Preiserhöhungen, die viele Verbraucher an die Grenzen ihrer Kaufbereitschaft treiben. Ob Mondelez in der Lage sein wird, die Marke Milka aus dieser kritischen Lage zu führen, bleibt abzuwarten.