In Tirol, Österreich, wurde eine 53-jährige Frau Opfer eines perfiden Betrugs, der über SMS durchgeführt wurde. Am 1. November 2025 erhielt sie eine SMS, die sie auf eine gefälschte Finanz Online-Seite lockte. Dort gab sie unwissentlich ihre Zugangsdaten preis, was zwei Tage später zu einem weiteren fatalen Fehler führte: Sie gewährte einem unbekannten Täter per Fernzugriff Zugang zu ihrem Online-Banking. Dies resultierte in mehr als 30 Abbuchungen und einem Schaden im niedrigen fünfstelligen Eurobetrag. Glücklicherweise konnte ihre Bank einige Transaktionen rechtzeitig stoppen. In Reaktion auf ähnliche Vorfälle warnt das Finanzministerium alle Handy-Nutzer eindringlich vor solchen Betrügereien und rät zur Vorsicht.5min.at berichtet.

Im aktuellen digitalen Zeitalter sind solche Betrugsmaschen nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland ein ernstzunehmendes Problem. Ein Bericht von BioCatch zeigt, dass Deutschland 2024 das zweithäufigste Ziel für Phishing-Attacken weltweit war. Etwa 14% aller Phishing-E-Mails stammten aus dem Land. Cyberkriminalität hat in Deutschland im Jahr 2024 Schäden in Höhe von 267 Milliarden Euro verursacht, was das Land europaweit an vierter Stelle bei Betrugsfällen einordnet, wie die Analyse verdeutlicht.

Immer ausgefeiltere Betrugsmaschen

Die Vorgehensweisen der Betrüger werden immer raffinierter. Aktuelle Trends zeigen, dass Betrüger zunehmend Telefonanrufe nutzen, um Bankkunden vorzutäuschen, dass sie ihre Daten über Sicherheits-Apps abgleichen müssen. Ein Beispiel aus der deutschen Rechtsprechung verdeutlicht die Problematik: Ein Kontoinhaber, der bei einer solchen Anfrage einer angeblichen Bankmitarbeiterin nachgab, erlitt durch 28 Buchungen einen Verlust von über 6.700 Euro. Das Landgericht Darmstadt entschied in einem ähnlichen Fall, dass die Bank für diesen Schaden haften muss, da der Kunde keine sensiblen Informationen preisgegeben hat, wie Test.de berichtet.

Ein weiteres Beispiel zeigt, dass Cyberkriminelle auch durch Quishing, das bedeutet Phishing mittels QR-Codes, immer mehr Opfer finden. Betrüger platzieren gefälschte QR-Codes an Ladestationen oder Parkautomaten, um ahnungslose Nutzer zur Preisgabe sensibler Daten zu bewegen. Die jüngsten Statistiken von BioCatch zeigen, dass fast 70% der Betrugsverluste in Deutschland über digitale Kanäle entstehen, was die Dringlichkeit unterstreicht, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.

Gesetzgebung und Schutzmaßnahmen

Um dem Anstieg von Online-Betrugsfällen entgegenzuwirken, verpflichtet eine neue Verordnung aus der EU die Zahlungsdienstleister, Echtzeitzahlungen anzubieten. Jedoch zeigen die Zahlen des BioCatch-Berichts einen alarmierenden Anstieg von 110% bei Betrugsfällen im Zusammenhang mit Echtzeitzahlungen in Europa. Unterschiedliche Gerichtsentscheide belegen zudem, dass Banken oftmals in der Verantwortung stehen, erlittene Schäden teilweise zu erstatten, selbst wenn den Kunden grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann.

Die Vielzahl an Vorfällen und die Komplexität der Betrugsmaschen verdeutlichen, wie wichtig es ist, als Verbraucher wachsam zu sein. Die Aufklärungsmaßnahmen der Behörden und Banken sind unerlässlich, um das Bewusstsein für diese Gefahren zu schärfen und Schutzmechanismen zu implementieren.