Der Gemeinderat Wernberg hat kürzlich eine Resolution gegen die geplante Trassenführung der 380-kV-Leitung beschlossen. Diese Leitung soll auf einer Länge von etwa 3,5 Kilometern durch das Gemeindegebiet führen, wobei insbesondere die Ortschaften Ragain und Umberg betroffen sind. Bürgermeisterin Doris Liposchek betont die Wichtigkeit, die Menschen vor Ort zu schützen, und unterstützt die Bestrebungen zur Überarbeitung der Pläne, die von den betroffenen Gemeindemitgliedern gefordert werden. Die geplante Leitung sieht bis zu 90 Meter hohe Strommasten vor, die in einem Abstand von etwa 300 Metern aufgestellt werden sollen. Ein Großteil der Trasse verläuft durch Waldgebiet, was zu erheblichen Kahlschlägen führen könnte.
Markus di Bernardo, FPÖ-Gemeinderat und Referent für Umweltschutz und Ortsbildpflege, kritisiert, dass die bestehende 110-kV-Leitung nicht demontiert wird und die neue Trasse nicht mit ihr kombiniert wird. Er warnt davor, dass die Bewohner von Ragain und Umberg dadurch „in die Stromzange genommen“ werden. Di Bernardo verweist auf die bereits stark belastete Infrastruktur in der Region, die durch Nähe zu einer Eisenbahnstrecke, der Bundesstraße B83 und der Autobahn A2 zusätzlich belastet wird. Zudem betreffen bereits zwei bestehende 110-kV-Leitungen die Lebensqualität der Anwohner. Er fragt sich, was den Wernbergerinnen und Wernbergern weiter zugemutet werden soll.
Finanzielle Herausforderungen der Gemeinde
In der gleichen Sitzung wurde auch das Budget für 2026 einstimmig beschlossen, das trotz der Einnahmen von 1,8 Millionen Euro aus Kommunalsteuern ein deutliches Minus aufweist. Bürgermeisterin Liposchek lobt die Einigkeit im Gemeinderat, fordert jedoch Bund und Land auf, Lösungen zu finden, um die Gemeinden zu entlasten. Grund für das Minus sind die sinkenden Förderungen vom Bund und steigende Umlagen an das Land, z.B. für Krankenanstalten, Soziales und Bildung.
Um die Gemeinde nicht nur finanziell zu entlasten, wurde auch die Modernisierung des Freibads beschlossen. Für 2026 stehen dafür 300.000 Euro bereit, und das Projekt „Wasserfreuden“ soll fast vollständig über Fördermittel des Landes Kärnten, der EU und des Bundes finanziert werden. Es ist entscheidend, dass diese Fördermittel bis Ende 2026 abgerufen werden, da sie sonst verloren gehen. Der Gemeinderat hat zudem einen Finanzierungsplan für das Freibad freigegeben.
Neue Entsorgungsregelungen
Die Gemeinde hat außerdem neue Entsorgungsentgelte für verschiedene Abfallarten im Altstoffsammelzentrum Wernberg beschlossen. So wird eine Gebühr von 5 Euro pro Kubikmeter für die Entsorgung von Grün- und Strauchschnitt eingeführt. Auch eine Bearbeitungsgebühr von 50 Euro wird erhoben, wenn ein zugesagter Betreuungsplatz nicht genutzt wird und nicht rechtzeitig abgemeldet wird.
Zusätzlich hat die Gemeinde Wernberg dem interkommunalen Betriebsansiedlungsprojekt INKOBA beigetreten. Das bedeutet, dass Aufschließungskosten, die durch Änderungen beim Flächenwidmungs- oder Bebauungsplan entstehen, vom Umwidmungswerber zu tragen sind. Diese Regelung betrifft insbesondere Kosten für Straßenerrichtung, Beleuchtung, Wasserversorgung und Oberflächenwasserverbringung.
Wernberg bleibt somit ein Brennpunkt für umweltpolitische Diskussionen und herausfordernde finanzielle Entscheidungen, während die Bürger gegen die geplante Infrastruktur kämpfen. Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten können auf der Förderdatenbank eingesehen werden hier.