Ein aktueller Bericht von Urgewald beleuchtet die umstrittenen Finanzgeschäfte der Erste Group und der Raiffeisen Bank International im Bereich fossiler Energien. Der Analyse zufolge haben diese Banken erheblich zur Finanzierung von Unternehmen im Kohle-, Öl- und Gassektor beigetragen, die ihr Geschäft aktiv ausweiten. Laut [oekonews] vergab die Erste Group zwischen 2022 und 2024 insgesamt 4,2 Milliarden US-Dollar an fossile Unternehmen, wovon 2,5 Milliarden US-Dollar an expandierende Unternehmen flossen.

Die Raiffeisen Bank International stellte im gleichen Zeitraum 3,5 Milliarden US-Dollar bereit, davon 1,7 Milliarden US-Dollar für Firmen, die sich auf Expansionen konzentrieren. Dies stellt einen dramatischen Anstieg in der Finanzierung dar – bei der Erste Group um 94 % und bei Raiffeisen um 68 % innerhalb von drei Jahren.

Risiken für das Klima

Diese Finanzierungspraktiken tragen zur Verschärfung der Klimakrise bei und stehen im Widerspruch zu den Netto-Null-Szenarien der Internationalen Energieagentur. Hunderte Millionen US-Dollar flossen an Unternehmen wie OMV, Romgaz, ORLEN und MOL, wobei besonders OMV und ORLEN in der Öl- und Gasindustrie als große Akteure fungieren. OMV wendete zwischen 2022 und 2024 durchschnittlich 226,8 Millionen US-Dollar für die Suche nach neuen Öl- und Gasquellen auf, während ORLEN 202,8 Millionen US-Dollar ausgab. Die geplanten Gasförderprojekte der OMV im Schwarzen Meer, wie „Neptun Deep“ und „Han-Asparuh“, sind bemerkenswerte Beispiele für diese Expansion.

Zusätzlich meldete OMV neue Gasfunde in der Arktis sowie eine Ölentdeckung in Libyen. Die Berichterstattung von [urgewald] hebt hervor, dass Erste Group in 44 Fonds rund 433 Millionen Euro an Aktien und Anleihen expandierender Öl- und Gasunternehmen hält, während Raiffeisen Bank International in 50 Fonds etwa 232 Millionen Euro investiert hat. Beide Banken finanzieren zudem große Unternehmen wie BP, TotalEnergies, Shell und Eni.

Globale Trends und Herausforderungen

Die gegenwärtige Situation wird von anderen Berichten zum globalen Bankensektor untermauert, die einen besorgniserregenden Trend aufzeigen. Laut [fr.de] haben trotz eines Rückgangs der Finanzierungen für fossile Unternehmen in den letzten Jahren Banken ihre Unterstützung von 2023 auf 2024 um 162 Milliarden Dollar erhöht. Dies geschieht inmitten der COP28-Verhandlungen in Dubai, die einen Kurswechsel in den Finanzierungsstrategien fordern.

Angesichts dieser Entwicklungen wird von mehreren Organisationen ein dringender Appell an die Banken laut, ihre Investitionsstrategien zu überdenken, um die Klimastabilität zu gewährleisten. Gleichzeitig wird den Verbrauchern geraten, bei der Wahl ihrer Bank auf deren Umwelt- und Finanzierungspraktiken zu achten. Der Bericht von [fr.de] bewertet die steigenden Finanzierungssummen als äußerst besorgniserregend und fordert Regulierung und staatliche Aufsicht zur Bekämpfung von Klimarisiken.